Eli Lilly öffnet eine Milliardenpforte. Der Pharmakonzern startet im Juli ein neues Zugangsprogramm für Medicare-Patienten in den USA. Erstmals können Millionen Versicherte die Adipositas-Medikamente des Konzerns für monatlich 50 Dollar erhalten. Das ist ein Gamechanger für den Markt.

Die Aktie reagierte mit einem neuen 52-Wochen-Hoch. Am Montag kletterte der Kurs auf 1.095,00 Euro. Derzeit notiert das Papier bei 1.075,60 Euro. Das ist ein Plus von 19,54 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Aber der RSI von 76,7 signalisiert: Die Aktie ist technisch überkauft.

20 Millionen neue Patienten in Sicht

Das Medicare GLP-1 Bridge Program startet planmäßig im Juli 2026. Es umfasst zwei Produkte: das etablierte Spritzenpräparat Zepbound und den oralen Kandidaten Foundayo. Analysten schätzen, dass rund 20 Millionen Medicare-Patienten die klinischen Kriterien erfüllen. Ein bislang kaum erschlossener Markt für die gesamte GLP-1-Klasse.

Die Nachfrage läuft bereits jetzt auf Hochtouren. Im letzten Quartal meldete Eli Lilly einen Umsatz von 19,8 Milliarden Dollar. Das sind 55,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Treiber ist die Tirzepatid-Familie – Mounjaro gegen Diabetes, Zepbound gegen Adipositas.

Rückenwind aus Europa

Gleichzeitig macht der Konzern Fortschritte in der Onkologie. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat eine positive Stellungnahme zu Jaypirca abgegeben. Das Mittel gegen chronische lymphatische Leukämie könnte bald EU-weit zugelassen werden. Das eröffnet neue Einnahmequellen.

Hinzu kommen strategische Zukäufe. Eli Lilly übernahm Centessa Pharmaceuticals, spezialisiert auf Schlaf-Wach-Störungen. Mit BioArctic gibt es eine Forschungskooperation zu neuartigen Hirn-Transportern für neurologische Behandlungen.

Die Frage ist nun: Hält die Lieferkette mit? Wenn im Juli die ersten Millionen Medicare-Patienten ihre Rezepte einlösen, muss die Produktion stehen. Der Markt wird genau verfolgen, ob Eli Lilly die Menge stemmen kann. Der zweite Jahreshälfte kommt dabei entscheidende Bedeutung zu.