Eli Lilly greift tief in die Kasse und kauft gleich drei private Biotech-Unternehmen. Der Konzern will sich damit breiter aufstellen und rückt stärker in die Impfstoff- und Infektionsprävention vor. Das Gesamtvolumen der Transaktionen liegt bei bis zu rund 3,83 Milliarden Euro.
Im Fokus stehen Curevo, LimmaTech Biologics und Vaccine Company. Mit den Deals bekommt Lilly neue Impfstoffkandidaten und Plattformtechnologien, die auf Erkrankungen mit weiter hohem ungedecktem Bedarf zielen. Genannt werden unter anderem Gürtelrose, bakterielle Infektionen und das Epstein-Barr-Virus.
Mehr als nur ein Nebenprojekt
Für Lilly ist das ein bemerkenswerter Schritt. Der Konzern kennt Anleger vor allem als Schwergewicht bei Adipositas, Diabetes und Onkologie. Jetzt nutzt das Management die starke Ertragsbasis aus dem Geschäft mit Abnehmmitteln, um neue Therapiegebiete aufzubauen.
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Das ist kein kurzfristiger Umsatztreiber, eher ein strategischer Ausbau mit langem Atem. Bis Impfstoffprojekte spürbar Geld bringen, dürfte es noch dauern. Für die neuen Infektions-Assets werden relevante Erlöse vor 2030 nicht erwartet.
Starke Nachfrage stützt die Fantasie
Parallel dazu läuft das Kerngeschäft weiter rund. Alle drei großen US-Pharmacy-Benefit-Manager übernehmen nun Lillys Adipositas-Portfolio, darunter die orale GLP-1-Therapie Foundayo und das Injektionspräparat Zepbound. CVS Caremark startet die Erstattung für Foundayo im Juni, bei Zepbound soll der breitere Zugang über Standardpläne bis Oktober folgen.
Für viele kommerziell versicherte Patienten senkt das die Einstiegshürde deutlich. In einzelnen Fällen liegt der mögliche Eigenanteil bei nur 25 Dollar im Monat. Das stärkt die Marktposition von Lilly im ohnehin umkämpften Adipositas-Markt.
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Retatrutide bleibt ein Treiber
Auch die Pipeline liefert Argumente für den Kurs. In der Phase-3-Studie TRIUMPH-1 meldete Lilly positive Topline-Daten zu Retatrutide, einem experimentellen Triple-Hormon-Rezeptor-Agonisten gegen Adipositas. Auf der höchsten Dosis verloren Teilnehmer im Schnitt rund 85 Pfund über 80 Wochen.
Das ist ein starkes Signal für das Wirkstoffprofil. Genau solche Daten nähren die Erwartung, dass Lilly seine Dominanz im GLP-1-Markt noch ausbauen kann.
An der Börse bleibt die Stimmung entsprechend robust. Der Kurs notiert bei 968,10 Euro, nur knapp unter dem jüngsten Hoch von 969,80 Euro. Auf 30 Tage gerechnet liegt die Aktie bereits 32,76 Prozent im Plus, der RSI von 72,4 zeigt aber auch, dass das Papier kurzfristig heiß gelaufen ist. Ein Analystenhaus hob das Kursziel jüngst von 1.133 auf 1.251 Dollar an und verwies auf die starke GLP-1-Position sowie die Pipeline.
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