EnviTec Biogas baut sein Netz für klimaneutrale Kraftstoffe weiter aus. In Holdorf ist eine neue Bio-LNG-Tankstelle an den Start gegangen. Parallel dazu rückt aber die kurzfristige Ergebnisentwicklung deutlich stärker in den Vordergrund.
Ausbau mit Signalwirkung
Die Anlage in Südoldenburg passt in die Strategie des Unternehmens, die gesamte Wertschöpfungskette bei erneuerbaren Kraftstoffen abzudecken. EnviTec produziert Bio-LNG in eigenen Anlagen und hat mit der Übernahme von LIQVIS bereits 18 LNG-Tankstellen hinzugefügt. Damit reicht das Geschäft inzwischen von der Biogasproduktion bis zur Versorgung des Schwerlastverkehrs mit grünem Kraftstoff.
Auch die Standortlogik ist klar. Die Tankstelle soll den wachsenden Bedarf der Logistikbranche bedienen und die Infrastruktur für emissionsärmere Transporte verdichten. Für EnviTec ist das ein sinnvoller Baustein, weil der Konzern damit nicht nur produziert, sondern auch den Absatz näher an den Kunden bringt.
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Prognose drückt auf die Stimmung
Weniger erfreulich ist der Blick auf das laufende Jahr. Für 2026 erwartet EnviTec beim Ergebnis vor Steuern auf Konzernebene nur noch 5 bis 15 Millionen Euro. Als Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen Einmaleffekte durch das novellierte THG-Gesetz und Schwierigkeiten bei der Vermarktung von Biokraftstoffen.
Das schlägt auch auf die Ausschüttung durch. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung vorschlagen, für 2025 keine Dividende zu zahlen. Für 2027 stellt das Management wieder steigende Umsätze und Ergebnisse in Aussicht, weil ein Teil der laufenden Anlagenprojekte erst dann gewinnwirksam wird.
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Aktie bleibt unter Druck
Am Markt kommt das gemischt an. Die Aktie notiert bei 21,50 Euro und liegt damit seit sieben Tagen 12,60 Prozent im Minus. Auf Sicht von 30 Tagen beträgt das Minus 16,02 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt bleibt der Titel aber mit 6,33 Prozent noch leicht darüber.
Der Kursverlauf zeigt vor allem eines: Die strategische Expansion überzeugt, die kurzfristigen Ertragssorgen wiegen derzeit schwerer. Solange der Ausblick für 2026 so verhalten bleibt und die Dividendenpause im Raum steht, dürfte der Markt die Fortschritte beim Infrastrukturaufbau nur begrenzt honorieren.
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