Wer am Wochenende nach Nachrichten zu EOS suchte, dürfte verwirrt gewesen sein. Während die Kryptowährung EOS am Samstag um knapp 15 Prozent auf 0,6759 Dollar nach oben schoss, plant ein australisches Rüstungsunternehmen gleichen Namens den Umzug nach Deutschland. Zwei völlig unterschiedliche Welten, ein Name – und für Anleger eine heikle Verwechslungsgefahr.

Krypto-EOS: Kurzer Hüpfer nach langem Fall

Der digitale Token EOS legte am Samstag gegen 20:05 Uhr MEZ seinen stärksten Tagesgewinn seit dem 27. November hin. Das Handelsvolumen belief sich innerhalb von 24 Stunden auf rund 309.000 Dollar – verschwindend gering im Vergleich zum Gesamtmarkt der Kryptowährungen.

Über die vergangenen sieben Tage betrachtet bleibt die Bilanz ernüchternd: Ein Minus von 4,57 Prozent steht zu Buche. Die Kryptowährung bewegt sich weiterhin in einer Spanne zwischen 0,30 und 0,70 Dollar. Der Blick auf das Allzeithoch vom 29. April 2018 bei 22,98 Dollar offenbart das ganze Ausmaß des Niedergangs: 97 Prozent hat der Token seitdem an Wert eingebüßt.

Rüstungs-EOS: Deutschland im Visier

Völlig andere Schlagzeilen macht der australische Rüstungskonzern EOS. Vorstandschef Andreas Schwer kündigte in der „Welt am Sonntag“ weitreichende Pläne an: Erst soll die Produktion in Deutschland aufgebaut werden, danach könnte der komplette Firmensitz von Australien nach Europa wandern – voraussichtlich nach Deutschland.

Die Patentrechte für die firmeneigene Lasertechnologie liegen bereits bei der deutschen Tochtergesellschaft. Eine Verlagerung würde auch bedeuten, die Börsennotierung von Sydney an die Frankfurter Börse zu verschieben. Der Spezialist für laser- und sensorgestützte Waffensysteme sowie ferngesteuerte Waffenstationen reagiert damit auf die deutsche Aufrüstungspolitik, die heimische Anbieter bevorzugt behandelt.

Zwei Namen, zwei Märkte

Für Anleger gilt: Genau hinschauen, welches EOS gemeint ist. Während die Kryptowährung weiter mit ihrer Bedeutungslosigkeit kämpft und 97 Prozent unter ihrem Höchststand notiert, positioniert sich der Rüstungskonzern strategisch für den wachsenden europäischen Verteidigungsmarkt. Die Namensgleichheit dürfte in den kommenden Monaten noch für manche Verwirrung sorgen.