Die Erste Group kämpft um die psychologisch wichtige Marke von 100 Euro. Nachdem das Papier zum Wochenstart kurzzeitig darüber notierte, gab der Kurs am Dienstag auf 98,05 Euro nach. Parallel zur Kursbewegung rückt die weitreichende Expansion in Osteuropa in den Mittelpunkt.

Die Integration der polnischen Santander Bank Polska prägt derzeit die Bilanz. Durch die Erstkonsolidierung sank die harte Kernkapitalquote (CET1) im ersten Quartal um etwa 460 Basispunkte. Dieser Rückgang war jedoch erwartet worden. Das Management strebt für das Gesamtjahr 2026 eine Eigenkapitalverzinsung von rund 19 Prozent an.

Das operative Fundament der Bank zeigt sich derweil robust. Das Kreditvolumen belief sich zuletzt auf 232 Milliarden Euro.

Hinzu kommen neue Rahmenprogramme für die Kapitalstruktur. Ab Juni 2026 plant die Geschäftsführung die Übertragung von bis zu 850.000 eigenen Aktien an Mitarbeiter. Das Volumen dieses Programms liegt bei maximal 42 Millionen Euro.

Ein weiteres Vorhaben betrifft die Anteile der österreichischen Sparkassen. Diese können voraussichtlich ab Ende Mai 2026 bis zu 10 Millionen Aktien veräußern. Dies entspricht etwa 2,4 Prozent des Grundkapitals der Erste Group.

An der Börse wird nun beobachtet, wie die Bank die Integrationskosten in Polen bewältigt. Diese werden mit rund 180 Millionen Euro beziffert. In den kommenden Wochen dürften vor allem die ersten Synergieeffekte aus dem polnischen Kundengeschäft die Analysen bestimmen.