Vitalik Buterin hat seine Vision für Ethereum konkretisiert: Das Netzwerk soll sich bis 2030 von einer klassischen Blockchain zu einem „cryptographic world computer“ wandeln. Diese Woche zeigt, wie konkret die ersten Schritte dorthin schon sind, von neuen Upgrades bis zu einem Streit um die Ausgabepolitik.
Zwei Upgrades, ein Einschnitt
Als Nächstes steht Glamsterdam an, vorgesehen für das vierte Quartal 2026. Das Upgrade soll Blockerstellung und Blockvorschlag im Protokoll trennen und mit sogenannten Block-Level Access Lists parallele Ausführung ermöglichen. Der Zeitplan ist nicht endgültig.
Für 2027 ist Hegotá geplant. Buterin nennt es den voraussichtlich letzten „normalen“ Fork. Danach sollen rekursive STARKs, automatisierte formale Verifizierung, optimierte Konsensverfahren und quantensichere Technik die Entwicklung prägen. Zu Hegotá gehören unter anderem Inclusion Lists (FOCIL), mit denen mehrere Validatoren mitentscheiden, welche Transaktionen in einen Block müssen. Der genaue Umfang steht noch nicht fest.
Quantencomputer sind dabei ein langfristiges Thema. Aktuell kann keiner die Kryptografie von Ethereum brechen. Die Umstellung dauert jedoch Jahre, deshalb gründete die Ethereum Foundation im Januar ein eigenes Post-Quantum-Security-Team.
Burn-Vorschlag zurückgezogen
Aus Hegotá ist unterdessen ein umstrittener Vorschlag herausgefallen. Die Autoren von EIP-8363 haben ihn zurückgezogen. Er sah vor, einen wachsenden Anteil der Staking-Belohnungen zu verbrennen, je mehr ETH gestaket ist. Bei rund der Hälfte des Angebots wären es 100 Prozent gewesen.
Mitautor Jérôme de Tychey räumte ein, ein Fork-Scoping sei nicht der richtige Ort, um die Ausgabepolitik zu klären. Die Autoren halten an der Motivation fest: Eine sehr hohe Staking-Quote gefährde Sicherheit und Neutralität des Netzwerks. Gegner hatten vor Schäden für DeFi gewarnt. Aave-Gründer Stani Kulechov kommentierte den Rückzug mit „Great move“.
Die Debatte geht in einen eigenen Prozess über. Er beginnt mit einem Forum auf der Devcon im November und soll im April auf der EthCC münden, mit dem Ziel eines Vorschlags für die Aufnahme in einen Fork.
KI-Zahlungen und tokenisierte Portfolios
Auch am Rand der Roadmap tut sich etwas. Die Ethereum Foundation hat zkAPI im Mainnet gestartet. Nutzer bezahlen damit KI-Modelle per Zero-Knowledge-Beweis, ohne ihre Identität preiszugeben. Das Protokoll gilt als experimentell und bietet keine Netzwerkanonymität.
Ondo Finance wiederum bringt vier neue tokenisierte Portfolios, darunter eines zu den „Magnificent 7“ und eines zu KI-Unternehmen. Alle sieben Produkte der Reihe laufen auf Ethereum und der BNB-Chain.
Kursrelevante Effekte sind aus diesen Meldungen nicht ableitbar. Zeitlich verbindlich sind vor allem zwei Termine: Glamsterdam im vierten Quartal 2026 und das Issuance-Forum auf der Devcon im November.
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