Die technische Basis von Ethereum steht vor einem massiven Sprung. Das anstehende „Glamsterdam“-Update soll das Netzwerk radikal beschleunigen und billiger machen. Am Markt kommt diese Fantasie allerdings nicht an. Im Gegenteil. Die zweitgrößte Kryptowährung steckt in einem tiefen Abwärtstrend fest.
Aktuell notiert der Coin bei rund 1741 US-Dollar. Seit Jahresbeginn hat der Kurs fast 42 Prozent an Wert verloren. Damit liegt Ethereum weit unter dem Hoch vom vergangenen August. Damals kostete ein Ether noch fast 4950 US-Dollar.
Investoren ignorieren die tatsächliche Nutzung des Netzwerks komplett. Etwa 450.000 aktive Adressen verzeichnet die Blockchain derzeit jeden Tag. Das entspricht dem Niveau von Ende 2025. Zu dieser Zeit handelte der Markt den Coin noch jenseits der 4500-Dollar-Marke.
Glamsterdam bringt den Turbo
Technologisch passiert gerade enorm viel. Im späten August oder im dritten Quartal 2026 startet Glamsterdam. Es ist die erste große Überarbeitung der Kernschicht seit 2022. Das Update verdreifacht die grundlegende Transaktionskapazität.
Künftig soll das Netzwerk bis zu 10.000 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Parallel dazu sinken die Gebühren massiv. Experten erwarten einen Rückgang der Kosten um bis zu 78 Prozent. Das macht Ethereum für Entwickler deutlich attraktiver.
Todeskreuz und Quantenresistenz
Neben diesem Update hat Gründer Vitalik Buterin die langfristige Strategie geschärft. Sein neues Konzept „Lean Ethereum“ priorisiert nun sofortigen Schutz vor Quantencomputern. Auch die Privatsphäre rückt in den direkten Fokus. Die Verifizierung von Transaktionen wird zudem auf leichtere Rechenprozesse umgestellt.
Im Chartbild zeigt sich indes ein düsteres Bild. Der 50-Wochen-Durchschnitt fiel jüngst unter die 200-Wochen-Linie. Dieses „Todeskreuz“ gilt als klassisches bärisches Langzeitsignal. Einziger Lichtblick: Die Kapitalabflüsse aus den amerikanischen Spot-ETFs haben zuletzt gestoppt.
Die kommenden Wochen entscheiden über die weitere Richtung. Das Glamsterdam-Update Ende August muss zwingend reibungslos anlaufen. Gelingt der Start, bietet das niedrigere Gebührenniveau ein handfestes Argument für neue Entwickler. Fällt das Update jedoch durch, droht angesichts der charttechnischen Schwäche ein Test des 52-Wochen-Tiefs bei rund 1512 US-Dollar.
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