European Lithium steckt in der Warteschleife. Die bindende Übernahme durch Critical Metals Corp. ist unterschrieben, die Prämie üppig — doch eine ASX-Untersuchung und eine hartnäckige Bewertungslücke halten Anleger in Atem.
Vertrag steht, Handel ruht
Critical Metals Corp. hat am 18. Mai 2026 einen bindenden Übernahmevertrag unterzeichnet. Der an der Nasdaq gelistete Konzern will alle Aktien und börsennotierten Optionen von European Lithium übernehmen. Die Transaktion läuft über zwei miteinander verknüpfte Schemes of Arrangement.
Aktionäre erhalten 0,035 neue Critical-Metals-Aktien für jede European-Lithium-Aktie. Das entspricht einem Wert von 0,58 Australischen Dollar je Anteilsschein — eine Prämie von 137 Prozent auf den letzten ungestörten Schlusskurs. Gemessen am 20-Tage-Durchschnitt beträgt der Aufschlag 113 Prozent.
Die Marktreaktion fiel verhalten aus. Critical Metals schloss am Folgetag bei 9,80 US-Dollar, ein Minus von knapp sieben Prozent. European Lithium bleibt an der ASX suspendiert. Der letzte Kurs: 0,415 Australische Dollar — deutlich unter dem Deal-Wert von 0,58 Dollar.
Am 28. Mai 2026 notiert die Aktie bei 0,445 Australischen Dollar. Die Tagesspanne reicht von 0,445 bis 0,465 Dollar, die 52-Wochen-Spanne von 0,039 bis 0,490 Dollar.
Liquiditätshürde genommen
Eine zentrale Bedingung ist erfüllt. Critical Metals musste mindestens 330 Millionen Australische Dollar Barmittel vorweisen. Das Unternehmen verkaufte 2,5 Millionen eigene Aktien für rund 45 Millionen Australische Dollar. Die Barreserven liegen nun bei etwa 356 Millionen Dollar — komfortabel über der Schwelle.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei European Lithium?
Die Transaktion erfordert keine Zustimmung der Critical-Metals-Aktionäre. Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Die Hauptversammlung von European Lithium soll im dritten Quartal stattfinden.
Das Scheme-Dokument wird voraussichtlich im Juli oder August 2026 verschickt. Die Abstimmungen sind für August oder September angesetzt. Die Umsetzung hängt von der Zustimmung der Aktionäre, Optionsinhaber und Gerichte ab.
ASX-Untersuchung und Interessenkonflikt
Zwei offene Baustellen belasten die Stimmung. Die Australian Securities Exchange prüft, ob European Lithium gegen Veröffentlichungspflichten verstoßen hat. Medienberichte über die Fusion kursierten, bevor das Unternehmen offiziell informierte. European Lithium argumentiert, die Verhandlungen seien erst mit der Unterzeichnung einer unverbindlichen Absichtserklärung Ende April materiell geworden.
Die ASX hatte ursprünglich geplant, die Handelssperre am 20. Mai aufzuheben. Die laufende Untersuchung verzögert das.
Das zweite Problem ist strukturell. Tony Sage ist Executive Chairman von European Lithium und CEO von Critical Metals. Der Interessenkonflikt zwang zur Einrichtung eines unabhängigen Komitees. Dieses soll Minderheitsaktionäre schützen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei European Lithium?
Das Komitee empfiehlt die Annahme — sofern kein besseres Angebot vorliegt und ein unabhängiger Gutachter die Transaktion für fair hält.
Grönland-Genehmigung fehlt
Critical Metals besitzt bereits 92,5 Prozent des Tanbreez-Seltenerden-Projekts in Grönland. European Lithium hält die restlichen 7,5 Prozent. Nach Abschluss der Übernahme würde Critical Metals 100 Prozent kontrollieren. Das vereinfacht Eigentümerstruktur, Entscheidungswege und Finanzierung.
Der Pilotbetrieb in Tanbreez soll noch im Mai starten. Für Juni ist ein Probenahmeprogramm mit 150 Tonnen Material geplant. Die Genehmigung aus Nuuk steht noch aus.
Parallel läuft es beim Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich nicht rund. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine zentrale Umweltgenehmigung aufgehoben. Die finale Investitionsentscheidung verschiebt sich auf Ende 2026 oder später. Die Bergbaulizenz gilt bis Anfang 2028, ein Liefervertrag mit BMW bleibt bestehen.
Vertragsstrafen und Sicherheiten
Beide Seiten haben Ausstiegsklauseln abgesichert. European Lithium zahlt 12 Millionen US-Dollar, falls das Unternehmen den Deal platzen lässt. Critical Metals zahlt denselben Betrag, wenn der Konzern den Rückzug verschuldet.
Die Rechnung ist einfach: hohe Prämie, Liquiditätsbedingung erfüllt, bindender Vertrag. Der Markt preist das nicht ein. Erst wenn ASX-Untersuchung, Governance-Fragen und Genehmigungen geklärt sind, dürfte sich die Bewertungslücke schließen. Das finale Urteil fällt frühestens im Herbst 2026 — wenn Aktionäre, Gerichte und Behörden entschieden haben.
European Lithium-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue European Lithium-Analyse vom 28. Mai liefert die Antwort:
Die neusten European Lithium-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für European Lithium-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
European Lithium: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

