Die Liquiditätslücke ist geschlossen — und trotzdem reagierte der Markt mit einem Kursrückgang. European Lithium hat eine zentrale Bedingung für die geplante Fusion mit Critical Metals Corp. erfüllt, kämpft aber weiterhin mit Wirtschaftsprüfer-Warnungen und einem ausstehenden Betriebspermit in Grönland.
Aktienverkauf schließt Finanzierungslücke
Ende März fehlten European Lithium rund 24 Millionen australische Dollar, um die für den Merger vorgeschriebene Mindestliquidität von 330 Millionen australischen Dollar zu erreichen. Die Lösung: Der Verkauf von 2,5 Millionen Critical-Metals-Aktien brachte 45 Millionen australische Dollar ein und hob die liquiden Mittel auf rund 356 Millionen australische Dollar — komfortabel über der Schwelle.
Den verbleibenden Anteil an Critical Metals, der mit mehr als 689 Millionen US-Dollar bewertet wird, will das Unternehmen in den nächsten vier Monaten nicht weiter reduzieren.
Markt zeigt sich unbeeindruckt
Die Erfüllung der Liquiditätsbedingung begeisterte Anleger nicht. Am 12. Mai fiel die Aktie um 6,5 Prozent auf 0,43 australische Dollar. Am Folgetag pendelte der Kurs zwischen 0,425 und 0,450 australischen Dollar.
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Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von rund 106 Prozent, seit Jahresbeginn sogar rund 205 Prozent. Morgan Stanley hat sich in diesem Umfeld als Großaktionär verabschiedet — die Bank meldete Ende April den Unterschreiten der Meldeschwelle, was Beobachter als Gewinnmitnahme nahe der Jahreshochzone werten.
Wirtschaftsprüfer mahnen, Verluste drücken
Hinter der verbesserten Liquidität verbergen sich strukturelle Schwächen. Die Wirtschaftsprüfer haben in den Jahresabschlüssen 2024 und 2025 jeweils Going-Concern-Warnungen ausgesprochen — begründet mit negativem Nettoumlaufvermögen und anhaltenden operativen Verlusten. Im Geschäftsjahr 2025 belief sich der Verlust auf knapp 71,5 Millionen australische Dollar.
Genau hier liegt der eigentliche Wert der Fusion: Ein erfolgreicher Zusammenschluss würde European Lithium in ein besser kapitalisiertes Nasdaq-Vehikel überführen und die Wirtschaftsprüfer-Bedenken strukturell auflösen.
Fusionsfahrplan und Grönland-Wildcard
Der Zusammenschluss ist noch nicht in trockenen Tüchern. Critical Metals und European Lithium haben die Exklusivitätsphase verlängert, um einen bindenden Scheme Implementation Deed abzuschließen. Die Konditionen bleiben unverändert: EUR-Aktionäre sollen 0,035 neue CRML-Aktien je EUR-Aktie erhalten. Die Hauptversammlungsabstimmung ist für das dritte Quartal 2026 geplant, der Abschluss für die zweite Jahreshälfte — vorbehaltlich Gericht, Regulatoren und Aktionären.
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In Grönland läuft es operativ besser. Die Regierung in Nuuk hat den Transfer von European Lithiums Anteil am Tanbreez-Seltenerden-Projekt an Critical Metals genehmigt, das nun 92,5 Prozent hält. Außerdem erhielt das Unternehmen grünes Licht für den Erwerb einer 70-Prozent-Beteiligung an 60° North Greenland, dem Logistikunternehmen, das die Infrastruktur für Tanbreez bereitstellt.
Ein weiteres operatives Permit für die Pilotanlage in Qaqortoq steht jedoch noch aus. Liegt die Genehmigung rechtzeitig vor, ist eine 150-Tonnen-Bulk-Probe für Juni geplant. Metallurgische Tests in Fremantle haben bereits gezeigt, dass der Konzentrat-Gehalt um rund 40 Prozent auf 2,96 Prozent TREO gestiegen ist — ein Hinweis auf ein vermarktungsfähiges Produkt.
Rückenwind vom Lithiummarkt
Das Marktumfeld hilft: Batterie-Lithiumcarbonat hat sich im ersten Quartal 2026 auf über 26.000 US-Dollar je Tonne nahezu verdoppelt. Die US-amerikanische Export-Import-Bank hat bereits eine unverbindliche Finanzierungsabsicht über 120 Millionen US-Dollar für Tanbreez signalisiert, und Critical Metals verhandelt mit potenziellen Abnehmern in den USA, Europa und Saudi-Arabien.
Für European Lithium verdichten sich die entscheidenden Weichen auf drei parallele Prozesse: den bindenden Fusionsvertrag, das ausstehende Grönland-Permit und die Stabilisierung der Liquidität — die ein laufendes Aktienrückkaufprogramm von bis zu 12,6 Millionen australischen Dollar bis Oktober 2026 zusätzlich belastet.
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