European Lithium: Critical Metals zahlt 0,035 Aktien

European Lithium Aktie

Critical Metals Corp. hat am 18. Mai 2026 einen bindenden Übernahmevertrag für European Lithium unterzeichnet. Das Ziel: die vollständige Kontrolle über das Tanbreez-Seltenerdprojekt in Grönland— und eine deutlich stärkere Bilanz.

Übernahme per Aktientausch

Die Transaktion läuft über zwei voneinander abhängige Schemes of Arrangement nach australischem Recht. European-Lithium-Aktionäre erhalten je gehaltener Aktie 0,035 Aktien von Critical Metals. Der Abschluss ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant; eine Aktionärsversammlung von European Lithium soll im dritten Quartal über die Transaktion abstimmen.

Der strategische Kern der Übernahme liegt in der Eigentumsstruktur des Tanbreez-Projekts. European Lithium hält derzeit 7,5 Prozent an dem Grönland-Vorhaben. Nach dem Zusammenschluss läge die gesamte Beteiligung bei Critical Metals — was Entscheidungswege vereinfacht und die Projektentwicklung beschleunigen soll. Hinzu kommt die Liquidität von European Lithium: Zum 31. März 2026 wies das Unternehmen ein Barmittelbestand von rund 219 Millionen US-Dollar aus, der die kombinierte Bilanz erheblich aufwerten dürfte.

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Der Markt reagierte verhalten. Die Critical-Metals-Aktie schloss am 19. Mai bei 9,80 Dollar — ein Minus von knapp sieben Prozent.

Kapital und Kontext

Bereits im April hatte Critical Metals eine Privatplatzierung bei institutionellen Investoren abgeschlossen. Die Emission sollte rund 60 Millionen Dollar einbringen, bestimmt für den laufenden Betrieb und die Weiterentwicklung von Tanbreez.

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Das politische Umfeld spielt dem Vorhaben in die Hände. Die EU hat am 20. Mai Wolfram, Seltene Erden und Gallium für ihren ersten gemeinsamen strategischen Rohstoffspeicher vorgemerkt — ein klares Signal, dass Europa seine Abhängigkeit von externen Lieferketten reduzieren will. Gespräche über Lagerkapazitäten laufen unter anderem mit dem Hafen Rotterdam.

Europas Lithiumlandschaft im Wandel

Parallel zu den Übernahmeaktivitäten schreitet der Aufbau europäischer Lithiumkapazitäten voran. In Finnland hat das Keliber-Projekt in Syväjärvi seinen Konzentrator fertiggestellt. Der Bergbaubetrieb startete im ersten Quartal 2026; die Produktion von Spodumen-Konzentrat soll im dritten Quartal folgen. Das Joint Venture zwischen Sibanye-Stillwater und der Finnish Minerals Group peilt ab 2028 eine Jahresproduktion von 15.000 Tonnen Lithiumhydroxid in Batteriequalität an.

Für Critical Metals wird das dritte Quartal 2026 zum nächsten Prüfstein: Stimmen die European-Lithium-Aktionäre der Übernahme zu, entsteht ein konsolidierter Akteur mit vollständiger Kontrolle über Tanbreez — zu einem Zeitpunkt, an dem Europa seinen Bedarf an heimischen Rohstoffquellen so deutlich formuliert wie selten zuvor.

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