Eutelsat hat einen neuen Mehrjahresvertrag mit dem Airline-Dienstleister Anuvu abgeschlossen. Der Satellitenbetreiber stellt dabei Kapazitäten seines 10B-Satelliten bereit, um die Bordkonnektivität für mindestens eine große globale Fluggesellschaft auszubauen. Der Deal ist ein klares Signal, dass Eutelsat seinen Fokus auf mobile Konnektivität weiter schärft.
Der Kurs reagierte zuletzt mit einem kräftigen Anstieg. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um mehr als 139 Prozent zugelegt. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von rund 63 Prozent zu Buche — getrieben von breiter Aufbruchstimmung im Satellitensektor.
Was der Anuvu-Deal bringt
Der Eutelsat-10B-Satellit ist seit Juli 2023 in Betrieb und deckt eine Bahn von den Amerikas bis nach Asien ab. Sein digitaler Prozessor der fünften Generation erlaubt flexible Kapazitätszuweisung. Das macht ihn besonders geeignet für die Anforderungen des Luftfahrtmarkts: Flexibilität, Ausfallsicherheit, Effizienz.
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Eutelsat verfolgt eine sogenannte Multi-Orbit-Strategie — also die Kombination aus geostationären Satelliten (GEO) und erdnahen Konstellationen (LEO). Der neue Vertrag stärkt den GEO-Anteil dieses Ansatzes. Dass LEO-Lösungen intern bereits 65 Prozent Wachstum im Jahresvergleich erzielen, zeigt, wie stark sich das Geschäft gerade verschiebt.
Starke Kursentwicklung, aber technische Warnsignale
Die jüngsten Quartalszahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 lieferten ein gemischtes Bild. Der Gesamtumsatz sank auf berichteter Basis um 2,3 Prozent auf 293 Millionen Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte ergab sich allerdings ein Plus von 3,1 Prozent. Konnektivitätsumsätze wuchsen like-for-like um 15,3 Prozent.
Das Unternehmen hat seine Finanzierungsbasis im März 2026 neu aufgestellt. Eine Anleihe über 1,5 Milliarden Euro sowie weitere Kapitalmaßnahmen sollen den Investitionsplan bis 2029 absichern.
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Der Kursanstieg hat technische Spuren hinterlassen. Der RSI liegt bei rund 31 — nach dem vorangegangenen Rallye-Schub ein deutliches Abkühlungssignal. Die Aktie notiert aktuell rund 60 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist negativ, was die noch fehlende Profitabilität widerspiegelt.
Rückenwind aus dem Sektor, Druck durch Starlink
Der gesamte Satellitensektor profitiert derzeit von erhöhter Aufmerksamkeit. Berichte über einen möglichen SpaceX-Börsengang haben Mitbewerber wie AST SpaceMobile und Redwire mitgezogen. NASA-Aufträge für Mondinfrastruktur in Milliardenhöhe und ein geplantes US-Raumfahrtbudget von 71 Milliarden Dollar für 2027 sorgen für ein günstiges Umfeld.
Der Wettbewerb bleibt allerdings scharf. American Airlines hat angekündigt, ab dem ersten Quartal 2027 mehr als 500 Kurzstreckenflugzeuge mit Starlink-WLAN auszurüsten. Für Eutelsat ist das ein direktes Signal: Im Aero-Segment kämpft man künftig gegen einen der kapitalstärksten Konkurrenten überhaupt. Ob der Anuvu-Vertrag und die Multi-Orbit-Strategie ausreichen, um diesen Druck abzufedern, wird sich spätestens mit den Jahreszahlen zeigen.
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