Eutelsat rüstet fürs Militär auf. Der Satellitenbetreiber schließt eine Partnerschaft mit dem Terminalhersteller Get SAT. Das Ziel: sichere Multi-Orbit-Kommunikation für Verteidigung und Regierung.

Multi-Orbit für Militär und Behörden

Die Kooperation formalisiert den Einsatz der Aero-Blade-Terminals von Get SAT im Eutelsat-Netzwerk. Sie nutzen elektronisch gesteuerte Antennen für Ku-Band-Konnektivität. Kern der Partnerschaft: Nahtloser Wechsel zwischen Eutelsats LEO-Konstellation OneWeb und GEO-Netzen. Das macht Missionsplaner unabhängiger von einer einzelnen Satellitenarchitektur.

Klarer Fokus auf Geschäftskunden

Die Partnerschaft passt zur strategischen Neuausrichtung. Eva Birgitte Bisgaard, neue Leiterin des Konnektivitätsgeschäfts, priorisiert B2B- und B2G-Märkte über das hart umkämpfte Privatkundengeschäft. Die einzigartige Polabdeckung von OneWeb und die GEO-LEO-Resilienz seien zentrale Vorteile, so das Management. Eutelsat will „souveräne Lösungen“ für Luftfahrt, Schifffahrt und Verteidigung bieten.

Der Auftragsbestand untermauert die Strategie: rund 3,4 Milliarden Euro nach dem dritten Quartal 2025/26. Die Konnektivitätssparten erwirtschaften inzwischen über die Hälfte des operativen Segmentumsatzes. Im Mai 2026 bestätigte Eutelsat die Jahresziele – mit zweistelligem LEO-Wachstum.

Die Börse reagiert positiv. Die Aktie stieg am Montag um 7,2 Prozent auf 4,01 Euro und markierte damit das 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 124 Prozent. Eutelsat ist einer von nur zwei globalen Anbietern mit einem voll funktionsfähigen LEO-Netzwerk – ein entscheidender Faktor für die europäische Satellitensouveränität.

Die Wette auf das Militärgeschäft geht für Eutelsat bisher auf. Der milliardenschwere Auftragsbestand und die exklusive LEO-Position verschaffen dem Konzern eine starke Ausgangsposition.