Der niederösterreichische Energieversorger Evn setzt seinen Umbau fort. Am Standort Dürnrohr begann der Bau eines neuen Großbatteriespeichers. Das Projekt ist Teil der „Strategie 2030“, mit der ehemalige fossile Kraftwerksstandorte zu grünen Energieknoten umgewandelt werden.

An der Börse reagierten Anleger verhalten positiv. Die Evn-Aktie notierte am Montag bei 28,80 Euro – ein Plus von 2,13 Prozent zum Freitagsschluss. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 29,65 Euro, rund drei Prozent über dem aktuellen Kurs. Der RSI von 50,8 signalisiert eine neutrale Marktlage.

6.700 Haushalte für einen Tag

Der neue Speicher in Dürnrohr leistet 16 Megawatt und hat eine Kapazität von 64 Megawattstunden. Rechnerisch kann er rund 6.700 Durchschnittshaushalte für einen vollen Tag versorgen. Die Anlage ist dafür ausgelegt, Schwankungen bei Wind- und Solarstrom auszugleichen und Regelenergie bereitzustellen.

Nach dem Speicher in Theiß ist Dürnrohr der zweite Schritt in der Speicher-Offensive der Evn. Das Ziel: bis 2030 eine Speicherleistung von insgesamt 300 Megawatt. Der Bedarf wächst mit dem massiven Ausbau volatiler erneuerbarer Energien.

Vom Kohle- zum Hybridstandort

Dürnrohr hat eine besondere Geschichte. Ursprünglich als Ersatz für das nie in Betrieb gegangene Kernkraftwerk Zwentendorf gebaut, wurde dort bis 2019 Kohle verstromt. Seither wandelt Evn das Gelände Schritt für Schritt um.

Bereits stehen dort eine thermische Abfallverwertungsanlage und eine Photovoltaikanlage mit rund 35.600 Modulen auf ehemaligen Kohlehalden. Der Batteriespeicher ergänzt dieses Portfolio und macht Dürnrohr zu einem integrierten Energieknoten.

Finanziert durch Verbund-Dividende

Evn investiert jährlich rund eine Milliarde Euro in die Energietransformation. Der Großteil fließt in Netzinfrastruktur, Erzeugung und Speicher.

Einen zusätzlichen finanziellen Spielraum verschafft die Beteiligung an der Verbund AG. Evn hält 12,6 Prozent der Anteile. Im Mai 2026 zahlte Verbund eine reguläre Dividende plus eine Sonderdividende von 1,15 Euro je Aktie. Diese Mittel fließen in die Investitionen – nach Angaben des Vorstands sowohl zugunsten der Versorgungssicherheit als auch der Aktionäre.

Ausblick

Die Quartalszahlen für das zweite Geschäftsquartal werden im Mai 2026 erwartet. Analysten achten dann besonders auf das regulierte Netzgeschäft und die Fortschritte bei internationalen Projekten, darunter der Verkauf des Projektgeschäfts der Tochter WTE. Die Speicherprojekte unterstreichen das Ziel, die Wertschöpfungskette bei erneuerbaren Energien zu schließen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.