Evonik beschleunigt den Ausbau seiner Gesundheitssparte. Der Spezialchemiekonzern schließt eine strategische Allianz mit dem Antikörper-Spezialisten evitria. Forscher sollen damit Biologika deutlich schneller entwickeln können.
Vertrieb für Biotech-System
Im Mittelpunkt steht das „eviCHO Expression Kit“. Dieses gebrauchsfertige System ermöglicht die effiziente Herstellung von Proteinen für Studien in einem frühen Stadium. Evonik fungiert künftig als weltweiter Distributor für die Schweizer Technologie.
Der Konzern setzt damit seinen Fokus auf den Bereich „Advance Precision Biosolutions“. Parallel dazu modernisiert das Unternehmen Standorte wie Lafayette in den USA. Die Strategie zielt klar auf margenstarke Wachstumsmärkte ab.
Gegenwind durch BASF
An der Börse herrscht dennoch Zurückhaltung. Die Aktie gibt am Mittwoch um 1,29 Prozent nach. Sie notiert aktuell bei 16,87 Euro.
Belastend wirkt vor allem der Ausblick des Konkurrenten BASF. Der Branchenprimus hob zwar seine Prognose an. Er warnte jedoch vor sinkender Nachfrage und steigendem Wettbewerbsdruck in der gesamten Chemieindustrie.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 18,23 Euro vergrößert sich damit vorerst. Trotzdem liegt der Kurs weiterhin deutlich über dem Januartief von 12,50 Euro. Die Marktkapitalisierung von Evonik beträgt aktuell rund 7,6 Milliarden Euro.
Das Marktumfeld bleibt indes herausfordernd. Geopolitische Risiken im Mittleren Osten sorgen für eine anhaltend hohe Volatilität. Interne Effizienzprogramme sollen die fundamentale Basis des Konzerns gegen diese Schwankungen absichern.
Im August veröffentlicht Evonik den vollständigen Bericht zum zweiten Quartal. Die bereits angehobene EBITDA-Prognose dient dabei als wichtiger Gradmesser für den Erfolg des Umbaus. Das Management strebt für das Gesamtjahr ein Ergebnis von bis zu 2,2 Milliarden Euro an.
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