Evonik prüft trotz des Übernahmeinteresses von BASF einen eigenen Zukauf: Reuters berichtete am Donnerstag über Überlegungen zur Übernahme des US-Wettbewerbers Ashland. Entscheidend für die Einordnung ist die zeitliche Reihenfolge. Nach Angaben der Nachrichtenagentur begann Evonik die Prüfung bereits vor dem Übernahmevorstoß von BASF. Damit handelt es sich nicht um eine erst dadurch ausgelöste Initiative.
Ashland-Prüfung ohne bestätigten Abschluss
Reuters berief sich bei dem Bericht auf zwei Insider. Evonik sei einer von mehreren Interessenten für Ashland. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab. Die berichtete Prüfung ist deshalb weder mit einer bestätigten Übernahmeabsicht noch mit einem vereinbarten Geschäft gleichzusetzen.
Für Anleger sind damit unterschiedliche Vorgänge auseinanderzuhalten: Evonik prüft nach dem Reuters-Bericht eine Akquisition und ist zugleich selbst Gegenstand eines Übernahmevorstoßes. Aus der zeitlichen Überschneidung lässt sich keine abgestimmte Strategie der beteiligten Unternehmen ableiten.
Am Freitag berichtete Reuters unter Berufung auf Insider über ein erhöhtes, nicht bindendes BASF-Angebot von 24 Euro je Evonik-Aktie. Den Unternehmenswert bezifferte die Nachrichtenagentur auf rund 11,18 Milliarden Euro. Eine Einigung oder Transaktion war damit nicht bestätigt.
Der Vorbehalt ist wesentlich: Ein nicht bindendes Angebot ist kein abgeschlossener Kauf. Ebenso wenig bedeutet Evoniks Beschäftigung mit Ashland, dass dieser Zukauf tatsächlich zustande kommt. Beide Vorgänge bleiben in ihrem jeweils berichteten Prüfungs- beziehungsweise Angebotsstadium.
Partnerschaft für Polyurethan-Recycling
Neben den Übernahmethemen gibt es eine konkrete operative Initiative. Am 19. Oktober starteten Evonik, Toyotsu Chemiplas und Sanyo Chemical laut einer Branchenmeldung eine Partnerschaft in Japan. Ziel ist die Entwicklung eines Recyclingmodells für Polyurethanschaum.
Damit betrifft diese Zusammenarbeit einen anderen Bereich als die möglichen Unternehmenskäufe. Sie ist als gestartete Entwicklungspartnerschaft einzuordnen, nicht als bereits fertig entwickeltes Recyclingmodell. Für die Bewertung zählt zunächst der vereinbarte Entwicklungsansatz.
Quartalszahlen als nächster Termin
Der nächste angekündigte Berichtstermin ist der 3. November. Dann soll Evonik seine Zahlen zum dritten Quartal 2026 veröffentlichen; die Terminübersicht nennt 07:00 Uhr.
Für Anleger stehen damit zwei Ebenen nebeneinander: die bevorstehende Finanzberichterstattung und die offenen strategischen Vorgänge. Der Zahlentermin ist angekündigt. Die beiden möglichen Übernahmen sind dagegen weiterhin von Prüfungen und einem nicht bindenden Angebot geprägt.
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