Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik stemmt sich gegen die Übernahmepläne von BASF. Finanzvorstand Michael Rauch wirft dem Ludwigshafener Rivalen vor, eine personelle Zäsur gezielt ausgenutzt zu haben. Das Sondierungsangebot sei überraschend und zu einem merkwürdigen Zeitpunkt eingetroffen, unmittelbar nach der Nachricht über den vorübergehenden krankheitsbedingten Ausfall von Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann.
Fokus auf Unabhängigkeit
Rauch wandte sich anlässlich der Vorlage der Drittquartalszahlen an die Belegschaft des Unternehmens. Evonik sei groß und stark genug, um als eigenständiger Konzern zu bestehen. Laufende Maßnahmen würden das Portfolio künftig noch attraktiver machen. Dass der Konzern als weltweit führender Spezialchemieanbieter auf dem Radar von Wettbewerbern auftauche, sei verständlich, ändere aber nichts am eingeschlagenen Weg.
BASF hatte für die Übernahme 24 Euro je Evonik-Aktie geboten. Die Essener lehnten diese Offerte ab. Auf Grundlage der bisherigen Informationen gebe es keine Verhandlungen über einen Zusammenschluss. Eine Gesprächsbereitschaft signalisierte der Konzern lediglich für einen informativen und vertraulichen Austausch über die Positionen beider Seiten.
Eigene Zukäufe statt Fusion
Während Vorstandschef Kullmann interimistisch von Claus Rettig vertreten wird, richtet sich der Blick des MDAX-Konzerns auf eigene Expansionsschritte. Evonik soll seinerseits Interesse an einer Übernahme des US-amerikanischen Konkurrenten Ashland zeigen. Die Essener setzen damit klar darauf, ihre Zukunft als unabhängiger Spezialchemiekonzern aus eigener Kraft zu gestalten.
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