Toby Neugebauer geht in die Offensive. Der Mitgründer von Fermi Inc. fordert einen radikalen Kurswechsel. Er präsentierte Investoren einen Plan, um den Unternehmenswert innerhalb von 75 Tagen massiv zu steigern.

Zweigleisige Strategie gefordert

Im Zentrum steht ein zweigleisiges Verfahren. Der Großaktionär fordert den Vorstand auf, sowohl einen Verkauf als auch einen eigenständigen Geschäftsplan zu prüfen. Parallel dazu strebt er eine außerordentliche Hauptversammlung für Ende Juni an.

Neugebauer will dort sieben neue, unabhängige Verwaltungsratsmitglieder wählen lassen. Er sieht diesen Schritt als notwendig an. Nur so könne das Unternehmen das volle Potenzial seiner Stromnetze ausschöpfen.

Machtkampf um die Satzung

Der Mitgründer stellte außerdem seine eigene Rolle klar. Er plant keine Rückkehr auf den Posten des CEO. Sein früherer Abschied erfolgte nach seiner Aussage nicht aus wichtigem Grund.

Die aktuelle Führung von Fermi Inc. leistet jedoch Widerstand. Das Unternehmen reichte Dokumente bei den Aufsichtsbehörden ein, um die geplante Versammlung zu verhindern. Das Management befürchtet Störungen im Betriebsablauf.

Der Verwaltungsrat versucht nun, die Satzung zu ändern. Künftig soll eine Mehrheit von 70 Prozent für derartige Beschlüsse nötig sein. Das verschärft den Graben zwischen Management und Großaktionär deutlich.

Fokus auf Projekt Matador

Fermi Inc. konzentriert sich operativ auf KI-gestützte Stromnetze. Ein Kernstück ist das Projekt Matador in Texas. Analysten bewerten die Aktie trotz der internen Spannungen mehrheitlich mit „Buy“.

Das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Niveau. Zuletzt schloss das Papier an der Nasdaq bei 6.060 US-Dollar. Die Entscheidung über die neue Board-Struktur fällt voraussichtlich im Juni.