Bei Fermi Inc. bahnt sich ein harter Machtkampf an. Die Mitgründer des KI-Infrastruktur-Spezialisten haben einen Proxy-Antrag eingereicht. Ziel ist eine außerordentliche Hauptversammlung im Juni 2026, auf der sie den Vorstand komplett umbauen wollen.

Machtkampf um die Kontrolle

Das Vorhaben trägt den Codenamen „Project Matador“. Die Mitgründer fordern eine umfassende strategische Neuausrichtung und einen neuen Vorstand. Angeführt wird die Gruppe von Toby Neugebauer, der persönlich rund 139 Millionen Aktien hält. Hinzu kommen Beteiligungen seiner Holdings und des Melissa A. Neugebauer 2020 Trust. Insgesamt kontrolliert das Lager über 278 Millionen Aktien.

Das Unternehmen wehrt sich. Es soll Versuche eines ehemaligen CEO, die Kontrolle zu übernehmen, abgeblockt haben. Der Ausgang des Proxy-Fights ist offen.

Erweiterter Verlust, schwache Kursentwicklung

Die Finanzzahlen des ersten Quartals 2026 belasten zusätzlich. Fermi meldete einen ausgeweiteten Verlust. Grund sind steigende Kosten für den Ausbau der KI-Infrastruktur. Parallel prüft das Unternehmen angeblich einen neuen Leasing-Deal. Die Aktionärsrechte wurden jüngst gestärkt.

Die Aktie notiert bei 5,20 Euro. Das ist ein Minus von 79 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 25,63 Euro. Vor dem Hintergrund des Governance-Kampfes hatte das Papier zwischenzeitlich fast 44 Prozent zugelegt – ein Strohfeuer. Derzeit liegt der Kurs nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt.

Die Hauptversammlung im Juni wird richtungsweisend. Gelingt den Mitgründern der Umbau, könnte eine Phase der Neuausrichtung folgen. Scheitern sie, droht ein verlängerter Konflikt.