Fermi hat seinen ersten verbindlichen Mietvertrag für den Standort „Project Matador“ in Amarillo, Texas, unterzeichnet. Der KI-Cloud-Anbieter TensorWave hat sich im Rahmen einer 15-jährigen Vereinbarung eine Kapazität von zunächst 222 Megawatt (MW) gesichert.

Dieser Vertrag soll dem Unternehmen über die Gesamtlaufzeit einen Umsatz von rund 6,5 Milliarden US-Dollar einbringen. Die Vereinbarung sieht zudem eine Option vor, die Kapazität auf über 650 MW zu erweitern.

Langfristige Partnerschaft mit TensorWave

Der Abschluss gilt als bedeutender Meilenstein für das Vorhaben in Texas, das auf einem rund 5.236 Morgen großen Gelände entwickelt wird. Die Anlage ist speziell für den Betrieb von Hochleistungs-Infrastruktur konzipiert und soll künftig den Einsatz von AMD-Instinct-Grafikprozessoren unterstützen. Die Auslieferung der ersten Kapazitäten an TensorWave ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.

An den Märkten löste die Nachricht am heutigen Dienstag eine deutliche Kursreaktion aus: Die Aktie von Fermi stieg um 16,04 Prozent auf 6,15 Euro. Trotz dieser Erholung notiert das Papier weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 27,60 Euro, das im Oktober des vergangenen Jahres erreicht wurde. Analysten der Bank Mizuho bestätigten nach der Bekanntgabe ihre Einstufung mit „Outperform“ und nannten ein Kursziel von 11 US-Dollar.

Finanzielle Aussichten und operative Risiken

Medienberichten zufolge wird spekuliert, dass ein global führendes Unternehmen aus dem KI-Sektor als Bürge für den Mietvertrag fungieren könnte. Dabei gilt AMD als möglicher Kandidat, da AMD Ventures bereits in TensorWave investiert ist. Für Fermi ist dies der erste verbindliche Mieter, nachdem das Unternehmen seit seinem Börsengang vor zehn Monaten einen deutlichen Kursrückgang hinnehmen musste.

Trotz des Großauftrags weisen Analysten von Seeking Alpha auf erhebliche Risiken bei der Ausführung hin. Das Unternehmen betreibt derzeit noch keine aktiven Rechenzentren. Zudem gab es im April einen Wechsel in der Führungsebene, als sowohl der CEO als auch der CFO das Unternehmen verließen. Die finanzielle Basis bestand zuletzt aus einer Liquidität von 243 Millionen US-Dollar bei einer Verschuldung von 421 Millionen US-Dollar.

Am Donnerstag wird Fermi seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Marktbeobachter erwarten für diesen Zeitraum einen Verlust je Aktie von etwa 0,06 US-Dollar. Diese Zahlen werden zeigen, wie das Unternehmen die hohen Investitionen in die Infrastruktur in Texas, die langfristig für bis zu 17 Gigawatt ausgelegt ist, aktuell finanziert.