Die Lage bei Ferrexpo spitzt sich von zwei Seiten zu. In Kiew weitet sich eine Korruptionsaffäre bis in die Spitze der Justiz aus. Parallel dazu hängt der britische Börsenhandel der Aktie weiter auf Eis.
Für den Eisenproduzenten kommt beides zur Unzeit. Das Unternehmen braucht frisches Kapital, kämpft mit blockierten Steuerrückerstattungen und ringt um die eigene Zahlungsfähigkeit.
Ermittler greifen tief in die Justiz
Am Dienstag durchsuchten ukrainische Ermittler Wohnungen, Fahrzeuge und Arbeitsplätze von drei amtierenden und einem früheren Richter des Obersten Gerichts. Die Anti-Korruptionsbehörde NABU und die Staatsanwaltschaft SAPO haben ihre Ermittlungen damit deutlich ausgeweitet.
Im Zentrum steht der Verdacht, dass Bestechungsgelder ein Urteil aus dem Jahr 2023 beeinflusst haben. Damals erkannte die Große Kammer des Obersten Gerichts den Erwerb von Anteilen an der Poltawa Mining and Processing Plant aus dem Jahr 2002 als rechtmäßig an. Der Vorwurf: Für diese Entscheidung sollen 2,7 Millionen Dollar geflossen sein.
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Das ist für Ferrexpo heikel. Die Poltawa-Mine ist der wichtigste operative Vermögenswert des Konzerns. Mehr juristische Unsicherheit gibt es kaum.
Kapitalbedarf trifft auf Börsenpause
Die Aktie ist an der Londoner Börse seit Anfang Mai vom Handel ausgesetzt. Der Grund war die verspätete Veröffentlichung des Jahresberichts. Prüfer verlangen eine tragfähige Finanzierungslösung, bevor sie die Fortführung des Unternehmens als gesichert einstufen können.
Ferrexpo sucht derzeit mindestens 100 Millionen Dollar neues Kapital. Der Druck steigt, weil ukrainische Behörden rund 80 Millionen Dollar an Umsatzsteuerrückerstattungen einbehalten.
Hinzu kommt ein weiterer Termin, der für die Bilanz des Konzerns wichtig werden kann. Noch im Mai will ein ukrainisches Gericht einen vorbereitenden Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen die Tochter Poltava Mining verhandeln.
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Mehr Druck aus Handel und Klimapolitik
Die juristischen Probleme treffen den Konzern in einem ohnehin schwierigen Umfeld. Auf einer Konferenz in Kiew stand zuletzt die Frage im Raum, wie große ukrainische Exporteure in einem härteren globalen Handel bestehen können.
Ferrexpo hängt stark an europäischen Absatzmärkten. Grenzschließungen, neue Zollregeln und die Folgen des Kriegs für Logistik und Versorgung belasten das Geschäft zusätzlich.
Auch die Klimapolitik in Europa wird zum Faktor. Auf dem Steel Summit 2026 spielten CO2-Kosten und der europäische CO2-Grenzausgleich CBAM eine zentrale Rolle. Ferrexpo gilt zwar als Produzent hochwertiger, vergleichsweise emissionsarmer Pellets. Der Vorteil schrumpft aber, wenn Energieversorgung und Stromnetze in der Ukraine unzuverlässig bleiben.
Am Markt zählt nun vor allem der nächste juristische Schritt. Die Anhörung im Mai und der Fortschritt der ausgeweiteten Ermittlungen werden mit darüber entscheiden, ob Ferrexpo seine geplante Rekapitalisierung umsetzen und den Handel wieder aufnehmen kann.
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