Figma hat mit seinen Quartalszahlen den Markt überrascht und die Aktie am Freitag kräftig nach oben gezogen. Der Kurs schloss bei 19,64 Euro und legte an einem Tag 14,19 Prozent zu. Trotzdem bleibt der Blick auf die Bewertung zwiespältig. Denn einige Banken drehen ihre Kursziele nach unten.

Starkes Quartal hebt den Ausblick

Im ersten Quartal 2026 steigerte Figma den Umsatz auf 333,4 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit lag der Konzern auch über den Erwartungen des Marktes. Beim bereinigten Gewinn je Aktie kam Figma auf 0,10 Dollar. Erwartet waren 0,06 Dollar.

Unter dem Strich blieb aber ein Verlust stehen. Nach GAAP wies Figma ein Minus von 142,4 Millionen Dollar aus, oder 0,27 Dollar je Aktie. Das zeigt: Wachstum und Profitabilität entwickeln sich noch nicht im gleichen Tempo.

AI-Produkte treiben das Geschäft

Treiber des Quartals waren vor allem mehr zahlende Nutzer und die schnellere Nutzung von KI-Funktionen. Dazu zählen Figma Make und der Model Context Protocol Server. Bei Figma Design vervielfachte sich die wöchentliche Nutzung des MCP-Angebots binnen drei Monaten.

Das Management zog deshalb die Prognose für 2026 an. Der Umsatz soll nun zwischen 1,422 Milliarden und 1,428 Milliarden Dollar liegen. Zuvor hatte Figma 1,366 Milliarden bis 1,374 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Auch beim operativen Ergebnis hob der Konzern die Messlatte an.

Analysten bleiben vorsichtig

Die starke Reaktion an der Börse ändert nichts an den Vorbehalten von mehreren Häusern. Piper Sandler senkte das Kursziel von 35 auf 30 Dollar und blieb bei „Overweight“. Stifel kappte das Ziel von 30 auf 25 Dollar und verwies auf Unsicherheit rund um den KI-Wettbewerb. RBC Capital reduzierte das Ziel auf 28 Dollar und nannte die Bewertung als Grund.

Ein Punkt bereitet besonders Sorgen: die Bruttomarge. Sie lag bei 82,4 Prozent und damit rund 910 Basispunkte unter Vorjahr. Höhere Infrastrukturkosten und Investitionen in KI drücken auf diese Kennzahl. Der Markt schaut deshalb sehr genau darauf, ob die neuen Produkte auch margenstark werden.

Volatilität bleibt hoch

Die Aktie bleibt extrem beweglich. Seit dem Börsengang im Juli 2025 hat sie einen wilden Weg hinter sich. Das Papier fiel zwischenzeitlich auf 14,44 Euro, nachdem es im August 2025 noch bei 105 Euro gestanden hatte. Der Kurs liegt damit weit unter den alten Höchstständen, obwohl er sich zuletzt vom Tief gelöst hat.

Hinzu kommt: Der RSI liegt bei 26,2. Das signalisiert eine technisch überverkaufte Lage. Parallel dazu lag das Handelsvolumen am Freitag bei rund 77 Millionen Aktien. Auch institutionelle Investoren bleiben aktiv, etwa Mirae Asset Global Investments mit einem deutlich ausgebauten Bestand.

Am oberen Ende der neuen Prognose muss Figma im zweiten Quartal 2026 zwischen 348 Millionen und 350 Millionen Dollar umsetzen. Besonders wichtig bleibt die Nettobindung der Kunden, die im ersten Quartal bei 139 Prozent lag. Am Markt wird nun daran gemessen, ob das KI-Geschäft schneller wächst als die Kosten dafür.