FintechWerx greift nach dem Strohhalm. Der Zahlungsdienstleister hat mit MerchantWerx 2.0 eine neue Software für das Onboarding von Händlern gestartet. Das Ziel: Endlich nennenswerte Umsätze generieren. Dafür zahlt das Unternehmen jedoch einen Preis, der Aktionäre aufhorchen lässt.
Software gegen Aktien
Die neue Plattform stammt nicht aus der eigenen Entwicklung. FintechWerx lizenziert die Technik von Secure Digital Payments. Der Vertrag sichert die weltweiten Vertriebsrechte für zunächst ein Jahr. Die Software bündelt Identitätsprüfung, Dokumentenverwaltung und Vertragsabschlüsse.
Interessant ist die Bezahlung. FintechWerx überweist kein Bargeld. Stattdessen erhält der Lizenzgeber 85.062 neue Aktien im Gegenwert von rund 50.000 US-Dollar. Diese Struktur schont die leeren Kassen. Die Folge: eine direkte Verwässerung für bestehende Aktionäre. Bei jeder Vertragsverlängerung droht eine weitere Aktienausgabe.
Kampf ums Überleben
Ein Blick in die Bücher erklärt dieses Vorgehen. In den neun Monaten bis Ende Januar erwirtschaftete FintechWerx gerade einmal 40.242 kanadische Dollar Umsatz. Dem stand ein Nettoverlust von fast einer Million Dollar gegenüber.
Das Management warnt bereits offen. Der Fortbestand des Unternehmens hängt von frischem Kapital ab. MerchantWerx 2.0 muss nun beweisen, dass es echte Kunden und zahlende Partner anzieht. Eine reine Produktankündigung reicht nicht mehr.
Extreme Volatilität prägt den Kurs
An der Börse reagieren Investoren nervös. Am Freitag fiel die Aktie auf 0,45 Euro. Auf Wochensicht steht zwar noch ein Plus von knapp 27 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust aber auf dramatische 74 Prozent.
Die Volatilität bleibt extrem. Anfang Juni musste das Management nach einer Aufsichtsanfrage ungewöhnliche Kursbewegungen kommentieren. Echte fundamentale Auslöser fehlten damals. Jetzt liegt mit der neuen Software ein konkreter Katalysator vor. Der Erfolg des Lizenz-Deals misst sich künftig an einer einzigen Metrik. FintechWerx muss im nächsten Finanzbericht zwingend steigende Nutzerzahlen und höhere Lizenzeinnahmen ausweisen, um die Warnungen zur Unternehmensfortführung zu entkräften.
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