First Hydrogen Corp. wagt einen radikalen Schritt. Das Unternehmen, bislang auf Wasserstoff-Fahrzeuge und grüne Wasserstoffproduktion spezialisiert, steigt ins Robotik-Geschäft ein.

Die Pläne sind konkret. First Hydrogen will 60 Prozent an einem Robotik-Unternehmen übernehmen. Der Preis: zwei Millionen eigene Aktien plus Finanzierungszusagen von zwei Millionen US-Dollar. Das Zielunternehmen hält 26 erteilte und zehn anhängige Patente – vor allem für Getriebe und Hochleistungsmotoren, die Roboterarme und autonome Systeme steuern.

Parallel gründet First Hydrogen eine hundertprozentige Tochter: First Humanoid Corp. Sie soll die Rechte an Robotik-, Humanoid- und KI-Technologien bündeln und vermarkten.

Vom Wasserstoff zum Roboter

Der Einstieg wirkt auf den ersten Blick überraschend. First Hydrogen war bisher eine reine Wasserstoff-Wette: emissionsfreie Lieferwagen, grüne Produktionsanlagen. Doch das Management sieht in Robotik und autonomen Systemen den logischen nächsten Schritt.

Die Idee: Wasserstoff-Mobilität, autonome Steuerung und KI sollen eine Einheit bilden. Ein Wasserstoff-Lieferwagen, der selbstständig belädt, fährt und entlädt – das ist die Vision. Ob die Technologie des Zielunternehmens dafür taugt, bleibt offen. Die Patente stammen aus den Bereichen Automatisierung, Automobil und Verpackung.

Der Robotik-Markt wächst rasant. Treiber sind der Fachkräftemangel, der Bedarf an Automatisierung und der Boom KI-gestützter Systeme. First Hydrogen versucht, sich in diesem Umfeld zu positionieren.

Die Aktie im freien Fall

Die Börse zeigt sich bislang unbeeindruckt. Die First-Hydrogen-Aktie notiert bei 0,27 Euro – ein Minus von 1,5 Prozent an diesem Mittwoch. Auf Jahressicht beträgt der Verlust 53,5 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 0,84 Euro liegt fast 70 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Der RSI von 36,3 deutet auf leichte Überverkauftheit hin. Die annualisierte Volatilität von knapp 57 Prozent zeigt: Das Papier bleibt ein Zocker-Titel mit extremen Ausschlägen.

Das Unternehmen stellt sich breiter auf, statt auf eine Karte zu setzen. Ob die Aktionäre diesen Schritt belohnen, hängt davon ab, ob aus den Patenten und der Beteiligung echte Umsätze entstehen. Konkrete Meilensteine nennt First Hydrogen bislang nicht. Der definitive Kaufvertrag steht noch aus.