First Phosphate schließt die aktive Explorationsphase auf seinem Vorzeigeprojekt Bégin-Lamarche in Quebec ab. Mit dem Ende eines massiven Bohrprogramms und einem Wechsel in der technischen Führung bereitet das Unternehmen nun den Übergang zur industriellen Planung vor. Ziel ist der Aufbau einer nordamerikanischen Lieferkette für LFP-Batterien.

Generationswechsel in der Geologie

Nach 48 Jahren in der Bergbauindustrie verabschiedet sich Chefgeologe Gilles Laverdiere in den Ruhestand. Er war maßgeblich an der Entdeckung und den ersten Modellierungen des Phosphatprojekts beteiligt. Sein Nachfolger Steeve Lavoie, ein erfahrener Geologe aus dem bestehenden Team, übernimmt die Leitung in einer entscheidenden Phase.

Dieser Personalwechsel markiert den strategischen Übergang von der Entdeckung hin zur formalen Ingenieursarbeit. Das Unternehmen konzentriert sich nun darauf, die gewonnenen Daten in geologische Modelle zu überführen, die als Grundlage für eine Produktionsentscheidung dienen.

Daten für die Machbarkeitsstudie

Das Unternehmen hat sein Infill-Bohrprogramm bei Bégin-Lamarche vor Kurzem abgeschlossen. Die Kampagne wurde von ursprünglich 30.000 auf insgesamt 40.000 Meter erweitert, um neue Funde in den nördlichen und südlichen Zonen genauer zu untersuchen.

Durch die engen Bohrabstände von 50 Metern sollen die bisherigen Ressourcenschätzungen präzisiert werden. In der Bergbaubranche ist die Hochstufung der Vorkommen in die Kategorien „indicated“ (angezeigt) und „measured“ (gemessen) eine zwingende Voraussetzung für den Start wirtschaftlicher Machbarkeitsstudien. Aktuell wertet das Team die letzten Laborergebnisse aus, um in den kommenden Wochen ein aktualisiertes Ressourcenmodell vorzulegen.

Staatliche Rückendeckung und Marktlage

Unterstützt wird die Entwicklung durch eine nicht rückzahlbare Förderung der kanadischen Regierung in Höhe von 16,7 Millionen Dollar. Da Phosphat seit diesem Jahr in Kanada als kritisches Mineral eingestuft wird, profitiert First Phosphate zudem von speziellen Steuergutschriften für die Exploration.

Trotz dieser operativen Fortschritte reagierte der Markt heute negativ. Die Aktie verlor deutlich an Boden und sank um rund 8 Prozent auf 0,57 Euro. Damit entfernt sich das Papier weiter von seinem 52-Wochen-Hoch bei 0,73 Euro, während die Volatilität mit über 75 Prozent hoch bleibt.

Die Fertigstellung der umfassenden Machbarkeitsstudie ist für Ende 2026 geplant. Bis dahin müssen die technischen Parameter für die Aufbereitungsanlagen finalisiert werden, um batterietaugliches Phosphatkonzentrat für den nordamerikanischen Markt zu liefern.