Der Solarkonzern First Solar setzt bei der Durchsetzung seiner Schutzrechte auf juristische Schritte vor US-Gerichten. Am 1. Oktober reichte das Unternehmen beim U.S. District Court for the District of Delaware eine Patentverletzungsklage ein.
Die Klage richtet sich gegen JA Solar sowie gegen die Corning-Tochtergesellschaft American Panel Solutions. Gegenstand der Auseinandersetzung ist das US-Patent mit der Nummer 9,130,074, welches spezifische Herstellungsverfahren für TOPCon-Solarzellen schützt.
Streit um Fertigungsmethoden
Der Vorstoß reiht sich in eine Phase intensiver Auseinandersetzungen in der Photovoltaikbranche ein. Für Hersteller gewinnt die Absicherung eigener Technologien zunehmend an Bedeutung, da der Wettbewerb um hocheffiziente Zellstrukturen weltweit zunimmt. Rechtliche Konflikte über Schutzrechte belasten das Umfeld seit Monaten, während die Marktteilnehmer ihre technologischen Positionen gegen Konkurrenten verteidigen.
Bereits vor gut drei Wochen hatte First Solar seine Strategie für geistiges Eigentum neu ausgerichtet, woraufhin der Aktienkurs um 4,1 % nachgab. Vor rund zwei Wochen sah sich der Konzern zudem mit einer Patentklage durch BYD konfrontiert, in deren Folge das Papier ein Minus von 8,4 % verzeichnete.
Zu Beginn des Monats folgte zudem eine Transaktion aus den eigenen Reihen: Chief Technology Officer Markus Gloeckler trennte sich am 1. Oktober von 800 Aktien.
Veräußerung im Management und Kursstabilisierung
Der Verkauf durch den Technologievorstand erfolgte zu einem Preis von 174 $ je Anteilsschein im Rahmen eines Handelsplans nach Rule 10b5-1, der bereits am 4. Mai eingerichtet worden war. Solche Vereinbarungen dienen dazu, Wertpapierverkäufe von Führungskräften unabhängig von aktuellen Unternehmensnachrichten abzuwickeln. Nach der Transaktion verbleiben 5.042 Aktien im direkten Besitz von Gloeckler.
An den Handelsplätzen zeigte sich die Aktie zuletzt erholt. Am gestrigen Dienstag legte das Papier um 1,8 % zu und ging bei 159,80 € aus dem Handel. Mit dieser Gegenbewegung notiert der Wert wieder 6,8 % über seinem 52-Wochen-Tief.
Analysten sehen Chancen trotz Gegenwind
Flankiert wird das Marktgeschehen von angepassten Einschätzungen der Analystenhäuser. Medienberichten zufolge stufte KeyBanc die Aktie am 28. September von „Underweight“ auf „Sector Weight“ hoch.
Am 30. September bekräftigte das Analysehaus Piper Sandler laut Reuters seine positive Einstufung mit „Overweight“, reduzierte das Kursziel jedoch von 260 US$ auf 251 US$. Die Experten signalisieren damit, dass sie dem Konzern trotz der juristischen Streitigkeiten weiteres Potenzial zutrauen.
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