Der US-amerikanische Energiespeicherspezialist Fluence Energy setzt nach operativen Verzögerungen auf langfristige Planungssicherheit bei Schlüsselkomponenten. Das Unternehmen hat eine mehrjährige Rahmenvereinbarung mit dem Batteriehersteller EVE Power Co., Ltd. abgeschlossen.
Durch den Kontrakt sichert sich Fluence feste Kontingente von Batteriezellen für seine Energiespeichersysteme. Nach Unternehmensangaben schafft das Abkommen Visibilität bei Einkaufsvolumina und Preisen, um bestehende Kundenverpflichtungen abzusichern. Finanzielle Konditionen der Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht.
Langfristige Bindung an Zellhersteller
Die Vereinbarung vom 24. September zielt darauf ab, Beschaffungsrisiken im wachsenden Markt für Großspeicher abzufedern. Für Systemintegratoren wie Fluence ist eine verlässliche Zellversorgung zu kalkulierbaren Kosten entscheidend, um Großprojekte fristgerecht an Energieversorger und Industriekunden auszuliefern. EVE Power tritt dabei als Partner auf, der die benötigten Batteriezellen über mehrere Jahre hinweg bereitstellt.
Das Management betont, dass die vertragliche Festlegung von Liefermengen und Preisstrukturen die Planung für anstehende Speicherinstallationen erleichtert. Angesichts schwankender Rohstoffmärkte und regulatorischer Vorgaben sichert der Schritt die notwendige Vorhersehbarkeit im operativen Geschäft.
Vertrauensbeweis nach operativen Dämpfern
Flankiert wurde die Festigung der Lieferkette von Zukäufen aus dem eigenen Führungsgremium. Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC belegen, dass Mitglieder des Verwaltungsrats eigene Mittel einsetzten: Director Harald von Heynitz erwarb am 21. September 7.000 Aktien der Class A zu einem Preis von 7,36 $. Am selben Tag kaufte Director Herman E. Bulls ein Paket von 10.000 Class-A-Aktien, ebenfalls zu je 7,36 $.
Die Insiderkäufe folgten unmittelbar auf eine Phase deutlicher Belastungen für das Unternehmen. Vor rund zwei Wochen hatte Fluence Energy seine Geschäftsprognose für das Geschäftsjahr 2026 spürbar reduziert. Die Umsatzerwartung wurde auf rund 2,4 Milliarden $ gesenkt, nachdem zuvor in der Mitte der Spanne etwa 3,0 Milliarden $ avisiert worden waren.
Beim bereinigten EBITDA stellte das Management einen Verlust von rund 200,0 Millionen $ in Aussicht, gegenüber einer vorherigen Mitte von rund 10,0 Millionen $ Verlust. Als Hauptgrund für die Korrektur nannte das Unternehmen Verzögerungen beim Hochlauf einer Auftragsfertigungsstätte in Houston.
Kursniveau reflektiert Jahresverluste
Die Belastungen durch die Produktionsengpässe haben im bisherigen Jahresverlauf deutliche Spuren im Chart hinterlassen. Am Freitag ging das Papier bei einem Schlusskurs von 6,76 € aus dem Handel.
Damit notiert der Titel seit Jahresanfang mit einem Minus von 60 %. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf umgerechnet 1,31 Milliarden €. Für Anleger bleibt entscheidend, ob das Abkommen mit EVE Power und die Stabilisierung der Fertigungsprozesse die notwendigen operativen Fortschritte bringen.
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