Fresenius treibt die Neuaufstellung des Konzerns voran und übernimmt die Biosimilar-Plattform mAbxience vollständig. Am gestrigen Donnerstag sicherte sich der Medizinkonzern die verbliebenen 45 Prozent der Anteile vom bisherigen Miteigentümer Insud Pharma. Den Grundstein für diese Transaktion hatte Fresenius bereits im August 2022 gelegt, als das Unternehmen zunächst mit 55 Prozent die Mehrheit an dem Spezialisten erworben hatte.

Mit dem Vollzug geht mAbxience gänzlich im Biopharma-Geschäft der Konzerntochter Fresenius Kabi auf. Der Bereich deckt den gesamten Zyklus biopharmazeutischer Produkte ab – von der frühen Entwicklung über die industrielle Fertigung bis hin zum weltweiten Vertrieb.

Das Management verspricht sich von der vollständigen Eigentümerschaft einen direkteren Durchgriff auf Produktionskapazitäten, eine striktere Kontrolle der Kosten und verlässlichere Zeitpläne bei geplanten Markteinführungen. Zugleich soll die Übernahme dazu beitragen, den weltweiten Zugang der Patienten zu kostengünstigen Nachahmermedikamenten zu erweitern.

Kontinuität an der Spitze und im Kundengeschäft

Organisatorisch setzt das Unternehmen auf Kontinuität. Jurgen van Broeck führt mAbxience weiterhin als Chief Executive Officer und berichtet in dieser Funktion an Dr. Sang-Jin Pak.

Neben der Versorgung des eigenen Portfolios bleibt die Betreuung externer Auftraggeber ein fester Bestandteil der Ausrichtung: Bestehende Verträge und Kundenbeziehungen werden unverändert fortgeführt. Fresenius sieht in der Transaktion das Fundament gestärkt, um sowohl die Qualität als auch die Versorgungssicherheit bei biologischen Arzneimitteln dauerhaft zu gewährleisten.

Die fortlaufenden Portfoliobereinigungen und strategischen Zukäufe des Medizinkonzerns stießen in der Finanzwelt auf positive Resonanz. Das Analysehaus Jefferies bestätigte gestern seine Kaufempfehlung für den DAX-Konzern und beließ das Kursziel bei 55 Euro.

Analyst James Vane-Tempest verwies zur Begründung auf die weitreichenden Portfolioveränderungen sowie auf die verbesserte operative Entwicklung des Unternehmens. Vor diesem Hintergrund blicke er mit Zuversicht auf die anstehenden Gespräche mit den Verantwortlichen des Konzerns.

Gedämpfte Reaktion am Aktienmarkt

An der Börse verhalf der Vollzug der Übernahme den Papieren gestern zu keinem unmittelbaren Auftrieb. Die Fresenius-Aktie verzeichnete am Donnerstag ein Minus von 1,3 Prozent und ging bei 44,04 Euro aus dem Handel. Der Gesamtwert des Unternehmens beziffert sich damit auf eine Marktkapitalisierung von 25,20 Milliarden Euro.

Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, wie schnell Fresenius Kabi die erweiterte Plattform in profitables Wachstum übersetzen kann. Die Biosimilar-Sparte gilt als strategisches Zukunftsfeld, in dem hohe regulatorische Hürden und intensiver Wettbewerb ein effizientes Kostenmanagement verlangen. Mit der vollständigen Eingliederung hält Fresenius nun alle Fäden der Wertschöpfungskette selbst in der Hand.