Ryan Cohen gibt nicht auf. Der GameStop-Chef hält an seinem Milliarden-Plan fest, den Online-Marktplatz eBay zu übernehmen – trotz einer klaren Absage des eBay-Verwaltungsrats. Sein Signal: Der Deal ist noch lange nicht vom Tisch.
Im Interview bekräftigte Cohen, dass er den Kauf von eBay weiterverfolgen will. Der eBay-Vorstand hatte das unaufgeforderte 55,5-Milliarden-Dollar-Angebot von GameStop zuvor als nicht glaubwürdig zurückgewiesen. Cohen argumentiert: Die Integration von eBays Marktplatz mit GameStops Laden-Netzwerk sei entscheidend für das langfristige Wachstum. Der CEO arbeitet ohne Gehalt, hält aber einen großen Aktienanteil und könnte nun direkt auf die eBay-Aktionäre zugehen. Sein Angebot von 125 Dollar pro Aktie liegt deutlich über dem damaligen Kursniveau des Konkurrenten.
Vergütungsdeal vom Tisch
Parallel dazu zog der 35-Milliarden-Dollar-Vergütungsplan für Cohen zurück. Das Paket war an aggressive Kursziele und Gewinnschwellen geknüpft.
Das Management begründete den Schritt mit dem Fokus auf das operative Geschäft und die eBay-Akquisition. Zudem entschärft der Verzicht eine juristische Auseinandersetzung. Eine Aktionärsklage vor dem Delaware Chancery Court hatte die Blockade einer geplanten Hauptversammlungs-Abstimmung über den Vergütungsplan gefordert. Die Kläger warfen dem Aufsichtsrat vor, Abstimmungsregeln zu Gunsten Cohens geändert zu haben.
Solide Bilanz als Druckmittel
Die offensive Übernahmestrategie hat ein finanzielles Fundament. Im ersten Quartal 2026 steigerte GameStop den Nettogewinn von 44,8 auf 389,6 Millionen Dollar. Die Umsätze legten um 14 Prozent auf 835,3 Millionen Dollar zu.
Hinzu kommt ein zweistelliges Milliarden-Rückkaufprogramm, das bis 2029 läuft. Das stärkt das Vertrauen in die Wende bei GameStop. Dennoch notiert die Aktie 21,44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 24,30 Euro – die Skepsis bleibt.
Die Lage ist also zweigeteilt: Die Bilanz liefert Argumente für eine Akquisition. Ob die Aktionäre die Verwässerung durch die Aktien-Komponente des eBay-Angebots mittragen, wird sich auf der Hauptversammlung im Juli zeigen. Eine optimistische Wette auf den Ausgang ist das nicht.
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