GE Vernova Advanced Research hat gestern eine Zusammenarbeit mit dem Brookhaven National Laboratory und mehr als zwei Dutzend weiteren Beteiligten angekündigt. Im Mittelpunkt steht GridFM 2.0: Das auf drei Jahre angelegte Projekt hat ein Volumen von 14,2 Millionen $. Für Anleger ist dabei die Unterscheidung wichtig: Die Ankündigung betrifft ein gemeinschaftliches Forschungsvorhaben, keinen Kundenauftrag.
Forschungskooperation mit breitem Partnerkreis
Nach Angaben von GE Vernova gehört das Vorhaben zum Programm Genesis Mission Phase II. GE Vernova Advanced Research beteiligt sich damit an einem Projekt mit einem breiten Partnerkreis. Das genannte Volumen bezieht sich auf das gemeinsame Vorhaben und lässt sich nicht als Auftragswert für GE Vernova einordnen.
Die Kooperation setzt einen anderen Schwerpunkt als die jüngsten Vereinbarungen mit Venture Global. Während GridFM für eine mehrjährige Forschungszusammenarbeit steht, betreffen diese Rahmenvereinbarungen mögliche spätere Bestellungen. Beide Nachrichten haben deshalb einen unterschiedlichen Stellenwert für die Einschätzung des Geschäfts: Forschung und potenzielles Auftragsgeschäft sind getrennt zu betrachten.
Venture Global nennt noch keine Festbestellungen
Venture Global teilte am Donnerstag mit, Rahmenvereinbarungen mit GE Vernova und Baker Hughes Energy Services geschlossen zu haben. Diese umfassen bis zu 16 Stromerzeugungseinheiten mit jeweils 720 MW sowie zugehörige Transformatorausrüstung.
Entscheidend ist der Vorbehalt: Die Vereinbarungen sind keine Festbestellungen. Auch darf ihr gesamter Umfang nicht allein GE Vernova zugerechnet werden, da Venture Global beide Partner nennt. Für Anleger zählt daher nicht nur die mögliche Größenordnung, sondern vor allem der Übergang von einem Rahmen zu verbindlichen Bestellungen.
Venture Global erwartet seine erste Bestellung für eine solche Stromerzeugungseinheit bis Ende 2026. Das ist eine Erwartung des Unternehmens, keine bereits erteilte Bestellung. Die Rahmenvereinbarungen liefern damit einen Terminanker für mögliches Folgegeschäft.
Quartalsbericht als nächster Prüfstein
Am 28. Oktober will GE Vernova vor Börsenbeginn die Ergebnisse des dritten Quartals 2026 veröffentlichen. CEO Scott Strazik und CFO Ken Parks sollen die Zahlen anschließend in einer Internetübertragung erläutern.
Bis dahin bleibt zwischen angekündigten Vorhaben und gemeldeten Geschäftsergebnissen zu unterscheiden. Die Forschungskooperation erweitert den Nachrichtenfluss, ersetzt aber ebenso wenig wie die Rahmenvereinbarungen einen Ergebnisnachweis.
Medienberichten zufolge senkte Susquehanna am 14. Oktober das Kursziel von 1.300 $ auf 1.270 $ und behielt die Einstufung „Positive“ bei. Die niedrigere Zielmarke ging somit nicht mit einer Herabstufung des Anlageurteils einher. Für die weitere Einordnung stehen nun die Quartalszahlen und mögliche verbindliche Bestellungen im Vordergrund.
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