Der US-Lebensmittelkonzern General Mills forciert seine Neuausrichtung in einem herausfordernden Marktumfeld. Im Zentrum der aktuellen Strategie steht eine groß angelegte Kooperation mit dem Handelsriesen Walmart und dem Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM). Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die regenerative Landwirtschaft auf rund 40.000 Morgen Weizenanbaufläche im Mittleren Westen der USA auszuweiten. Damit reagiert das Unternehmen auf die Notwendigkeit, Lieferketten resilienter zu gestalten und gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele wie die Verbesserung der Bodenqualität und die Reduzierung von Kohlenstoffemissionen zu verfolgen.

Kooperation zur Sicherung der Weizenversorgung

Die Mitte Juli bekannt gegebene Partnerschaft mit ADM und Walmart soll nicht nur ökologische Vorteile bringen, sondern dient primär der langfristigen Sicherung der Weizenversorgung für General Mills. Durch die Unterstützung von Landwirten bei der Umstellung auf nachhaltigere Anbaumethoden will der Konzern die Boden- und Wasserqualität in seinen wichtigsten Anbauregionen schützen. Dies ist ein entscheidender Faktor für ein Unternehmen, das jährlich mehr als 345 Millionen US-Dollar für Weizen ausgibt.

Parallel zu den ökologischen Bemühungen treibt General Mills ein striktes Kostensenkungsprogramm voran. Bis zum Jahr 2030 plant das Management Einsparungen in Höhe von insgesamt 3 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel sollen den Spielraum für Investitionen in Marken und Innovationen erhöhen, um dem wachsenden Druck durch günstigere Eigenmarken des Handels zu begegnen. Berichten zufolge erreichten die Umsätze mit Eigenmarken in den USA im vergangenen Jahr ein Rekordniveau, da Verbraucher angesichts der Inflation vermehrt zu preiswerten Alternativen greifen.

Analysten bewerten Zukunftsaussichten unterschiedlich

Am Kapitalmarkt wird die Entwicklung von General Mills differenziert betrachtet. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 31,69 € und konnte damit eine leichte Tagesveränderung von 1,41 % verbuchen. Trotz dieser kurzfristigen Erholung spiegelt der Kursverlauf die Schwierigkeiten des laufenden Jahres wider: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 20,89 %. Immerhin notiert der Wert mit 4,10 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine beginnende Stabilisierung hindeuten könnte.

Die Einschätzungen der Analysehäuser gehen weit auseinander. Während Piper Sandler die Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 41 US-Dollar einstuft, zeigt sich die Deutsche Bank mit einem „Hold“-Rating und einem Ziel von 33 US-Dollar deutlich vorsichtiger. Der Konsens der Analysten tendiert derzeit eher zur Zurückhaltung, wobei das durchschnittliche Kursziel bei rund 39 US-Dollar liegt. Institutionelle Investoren nutzten das niedrigere Kursniveau zuletzt für Aufstockungen; so erhöhte First Trust Advisors seine Position im ersten Quartal 2026 um über 30 %.

Produktneuheiten und operative Veränderungen

Um das organische Wachstum anzukurbeln, setzt General Mills auf eine Kombination aus bewährten Marken und neuen Kooperationen. Unter den Marken Betty Crocker und Pillsbury wurde eine Produktreihe in Zusammenarbeit mit Harry Potterâ„¢ gestartet. Zudem wurden proteinreiche Varianten bekannter Klassiker wie Honey Nut Cheerios Protein und neue Geschmacksrichtungen wie Reese’s Puffs in Kooperation mit der Künstlerin GloRilla eingeführt. Anlässlich des 250. Geburtstags der USA bringt das Unternehmen zudem 79 spezielle Jubiläumsprodukte auf den Markt.

Auf operativer Ebene gab es zuletzt personelle und strukturelle Veränderungen. Dana McNabb wurde zum Chief Operating Officer (COO) ernannt, um die Effizienz der internen Abläufe zu steigern. Zudem trennt sich der Konzern von seinen Häagen-Dazs-Shops in Festlandchina, was als Teil einer Portfolio-Optimierung gewertet wird. Für das Geschäftsjahr 2029 prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz von rund 18,3 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von etwa 1,8 Milliarden US-Dollar. Ob diese Ziele erreicht werden können, hängt maßgeblich davon ab, wie erfolgreich die Strategie aus Produktinnovationen und Kostendisziplin gegen den Trend zu Eigenmarken bestehen kann.