General Motors zieht sich aus einem weiteren Batterieprojekt zurück – und baut zugleich sein Ladenetz für Elektroautos aus. Zwei Meldungen, ein gemeinsamer Nenner: Der Autobauer sortiert sein E-Auto-Geschäft neu, ohne den Rückzug von der Elektromobilität selbst anzutreten.
Verkauf statt Ausbau in Indiana
GM trennt sich von seiner Hälfte am gemeinsamen Batteriewerk mit Samsung SDI in New Carlisle, Indiana. Der südkoreanische Partner übernimmt den 49,99-prozentigen GM-Anteil an dem 680 Hektar großen Gelände komplett und wandelt die Anlage künftig für Energiespeicher-Batterien um – ein Markt, der in den USA derzeit deutlich schneller wächst als die Nachfrage nach E-Autos. Die ursprünglich auf 3,5 Milliarden Dollar taxierte Anlage sollte ab 2027 jährlich 27 Gigawattstunden produzieren und rund 1.600 Arbeitsplätze schaffen. GM hatte bereits rund 300 Millionen Dollar in den Standort investiert, ein fertiges Gebäude steht, Produktionsausrüstung fehlt bislang.
Parallel vereinbaren beide Unternehmen, gemeinsam prismatische Batteriezellen der nächsten Generation zu entwickeln – Zellen mit hoher Energiedichte und schnellerer Ladefähigkeit, die künftig auch in Indiana gefertigt werden könnten. Der Ausstieg reiht sich in eine Serie ähnlicher Schritte ein: Erst im März hatte GM gemeinsam mit LG Energy Solution eine Batteriefabrik in Tennessee auf Energiespeicherproduktion umgestellt, zudem verbuchte der Konzern zuletzt Abschreibungen von 11 Milliarden Dollar auf seine E-Auto-Programme. Der Wegfall der 7.500 Dollar schweren Bundessteuergutschrift im vergangenen September hatte die EV-Nachfrage in den USA merklich gebremst – Automobilhersteller drosseln seither ihre Fertigungskapazitäten.
Ladeinfrastruktur wächst trotzdem weiter
Während sich GM aus der Batterieproduktion zurückzieht, treibt der Konzern den Ausbau der Ladeinfrastruktur voran. Zusammen mit EVgo eröffnete GM diese Woche eine neue Flaggschiff-Ladestation im Großraum Detroit, direkt gegenüber dem eigenen Global Technical Center in Warren, Michigan. Die Station bietet zwölf Ladeplätze mit CCS- und NACS-Anschlüssen sowie eine Ladeleistung von 350 Kilowatt.
Bundesweit sind inzwischen mehr als 40 solcher Flaggschiff-Stationen in Betrieb, bis Ende 2026 sollen es über 100 werden. Mit GM-Unterstützung hat EVgo bereits knapp 2.400 Ladeplätze in 32 US-Bundesstaaten errichtet, das gemeinsame Schnellladenetz mit EVgo und Pilot Company kommt zusätzlich auf mehr als 1.300 Ladeplätze an 300 Standorten in 40 Staaten.
Die Aktie reagierte auf die Nachrichtenlage kaum – GM notierte zuletzt knapp über 88 Dollar, nahezu unverändert. Der Rückzug aus der Batteriefertigung dürfte die Bilanz spürbar entlasten, ohne dass GM seine Ladeinfrastruktur-Strategie aufgibt. Wie der Konzern die freigesetzten Kapazitäten künftig einsetzt, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen.
General Motors-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue General Motors-Analyse vom 11. August liefert die Antwort:
Die neusten General Motors-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für General Motors-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
General Motors: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

