Das Traditionsunternehmen aus Atlanta vollzieht einen radikalen Umbau: Genuine Parts Company trennt sich in zwei eigenständige börsennotierte Gesellschaften auf. Die Automotive Parts Group und die Industrial Parts Group sollen ab dem ersten Quartal 2027 getrennte Wege gehen – eine steuerfreie Transaktion für die Aktionäre.
„Wir schaffen zwei fokussierte, unabhängige Unternehmen, die Kundennähe und Marktausrichtung schärfen, die Klarheit und Geschwindigkeit erhöhen und disziplinierte, geschäftsspezifische Investitionen ermöglichen“, erklärt CEO Will Stengel die Strategie. Nach einer umfassenden strategischen Prüfung sieht das Management in der Trennung den Schlüssel, um langfristigen Wert freizusetzen.
Zwei Schwergewichte entstehen
Die künftige Global Automotive wird zum größten globalen Netzwerk für Automobilteile und Reparaturzentren. Mit mehr als 10.000 Standorten in Nordamerika, Europa und Australasien erzielte das Geschäft 2025 einen Umsatz von über 15 Milliarden Dollar und ein EBITDA von 1,2 Milliarden Dollar. Der Fokus liegt auf dem wachsenden kommerziellen „Do-it-for-me“-Segment – einem fragmentierten Markt mit 200 Milliarden Dollar Volumen.
Global Industrial operiert unter der Marke Motion als führender Industrieverteiler in Nordamerika und Australasien. Das Geschäft generierte 2025 rund 9 Milliarden Dollar Umsatz bei einem EBITDA von mehr als 1,1 Milliarden Dollar. Mit über 10 Millionen verfügbaren Artikeln bedient Motion mehr als 180.000 Kunden in 14 verschiedenen Industriesegmenten.
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Schwaches Quartal belastet
Die Aufspaltungspläne überschatten ein enttäuschendes viertes Quartal 2025. Genuine Parts rutschte mit einem Nettoverlust von 609,5 Millionen Dollar tief in die roten Zahlen – nach einem Gewinn von 133,1 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Verlust je Aktie betrug 4,39 Dollar.
Verantwortlich für den Einbruch war hauptsächlich eine einmalige Pensionsabwicklung über 742 Millionen Dollar. Hinzu kam eine Wertberichtigung von 150,5 Millionen Dollar auf Forderungen gegenüber First Brands, einem wichtigen Automobilzulieferanten, der Insolvenz nach Chapter 11 anmeldete. Zudem belastete eine Neubewertung der Asbestverbindlichkeiten mit 103,4 Millionen Dollar das Ergebnis.
Bereinigt um diese Sondereffekte erzielte das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 1,55 Dollar – unter den Analystenerwartungen von 1,82 Dollar. Der Umsatz stieg immerhin um 4,1 Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar.
Segmente unterschiedlich entwickelt
North America Automotive legte beim Umsatz um 2,4 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar zu, kämpft aber mit Margenproblemen. Das Segment-EBITDA sank um 14,0 Prozent auf 129,1 Millionen Dollar, die EBITDA-Marge fiel auf 5,5 Prozent.
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International Automotive wuchs währungsbedingt um 6,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar, verzeichnete aber einen vergleichbaren Umsatzrückgang von 0,9 Prozent. Das Segment-EBITDA ging um 4,3 Prozent auf 129,1 Millionen Dollar zurück.
Einzig das Industriegeschäft zeigte Stärke: Der Umsatz kletterte um 4,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar, das EBITDA stieg um 8,7 Prozent auf 295,6 Millionen Dollar. Die Marge verbesserte sich auf 13,4 Prozent.
Dividende trotz Verlusten erhöht
Der Vorstand hielt trotz des schwierigen Quartals am Kurs fest und erhöhte die Dividende um 3,2 Prozent auf 4,25 Dollar je Aktie für 2026. Die vierteljährliche Ausschüttung von 1,0625 Dollar ist am 2. April 2026 fällig. Damit markiert Genuine Parts das 70. Jahr in Folge mit Dividendenerhöhungen seit dem Börsengang 1948.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum zwischen 3,0 und 5,5 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 7,50 und 8,00 Dollar liegen. Der operative Cashflow wird auf 1,0 bis 1,2 Milliarden Dollar geschätzt, der freie Cashflow auf 550 bis 700 Millionen Dollar.
Die Aktie reagierte mit einem Kursrückgang von 7,22 Prozent auf 136,60 Dollar im vorbörslichen Handel. Investoren dürften die weitere Konkretisierung der Aufspaltungspläne in den angekündigten Investor Days in der zweiten Jahreshälfte 2026 abwarten.
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