Innerhalb von 30 Handelstagen um mehr als 26 Prozent gestiegen — und das mitten in einem handfesten Bilanzskandal. Die Gerresheimer-Aktie vollführt eine Erholung, die auf den ersten Blick rätselhaft wirkt. Der Grund steckt in einer Einigung, die dem Unternehmen vorerst Luft verschafft.
Kreditgeber geben Zeit
Am Donnerstag wurde bekannt, dass Inhaber von Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von rund 870 Millionen Euro mit 96-prozentiger Mehrheit einer Fristverlängerung zugestimmt haben. Gerresheimer hat damit bis September 2026 Zeit, den testierten Konzernabschluss vorzulegen. Wesentliche Covenants zum Verschuldungsgrad wurden für diesen Zeitraum ausgesetzt.
Ohne diesen Aufschub hätte eine Kündigungswelle der Kredite gedroht. Die Einigung ist also kein Zeichen von Stärke — sie verhindert ein Worst-Case-Szenario.
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Bilanzkorrekturen mit erheblichem Ausmaß
Die eigentliche Baustelle bleibt offen. Für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 musste das Management Rechnungslegungsfehler einräumen. Beim Umsatz 2024 wird mit einer Korrektur von rund 35 Millionen Euro gerechnet. Schwerer wiegen nicht-zahlungswirksame Abschreibungen von bis zu 240 Millionen Euro.
Eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft arbeitet die Bücher forensisch auf. Unter Interim-Chef Uwe Röhrhoff wird ein testierter Abschluss frühestens im Juni 2026 angestrebt.
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Parallel läuft der Versuch, die Bilanz strukturell zu entlasten: Die US-Tochter Centor, spezialisiert auf Medikamentenverpackungen, soll verkauft werden. Morgan Stanley sucht aktiv nach Käufern. Ein Abschluss noch in diesem Jahr könnte frisches Kapital in dreistelliger Millionenhöhe bringen.
Analysten sehen wenig Spielraum nach oben
Der aktuelle Kurs von 27,54 Euro liegt knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt — auf Jahressicht steht jedoch ein Minus von fast 54 Prozent. Jefferies stufte die Aktie jüngst von „Buy“ auf „Hold“ zurück und senkte das Kursziel auf 26,80 Euro, was faktisch keinen weiteren Kursanstieg rechtfertigt. Berenberg sieht den fairen Wert bei 20,00 Euro und kritisiert mangelnde Transparenz sowie Integrationsrisiken aus der Übernahme von Bormioli Pharma.
Der Kurs hat sich vom 52-Wochen-Tief bei 15,57 Euro deutlich erholt. Ob diese Erholung Substanz hat, wird sich spätestens im Juni 2026 zeigen — wenn belastbare Zahlen vorliegen und das Unternehmen beweisen muss, dass die Bilanzkorrektur vollständig und abgeschlossen ist.
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