Gerresheimer Aktie: Active Ownership kauft für 10 Millionen zu

Active Ownership Capital erhöht Anteil auf über 15 Prozent. Bilanzskandal und SDAX-Rauswurf belasten die Aktie weiterhin schwer.

Gerresheimer Aktie
Kurz & knapp:
  • Investor stockt auf über 15 Prozent auf
  • Bilanzskandal und BaFin-Ermittlungen belasten
  • Banken gewähren Fristverlängerung bis September
  • Verkauf der US-Tochter Centor geplant

Keine testierte Bilanz, BaFin-Ermittlungen und der Rauswurf aus dem SDAX. Bei Gerresheimer brennt es an mehreren Ecken. Ein Großaktionär sieht darin offenbar eine Kaufgelegenheit. Active Ownership Capital stockt massiv auf.

Die Investmentgesellschaft investierte Anfang Mai knapp zehn Millionen Euro in den Verpackungshersteller. In mehreren Tranchen kaufte das Vehikel AOC Gecko hunderttausende Aktien. Damit hält der Investor nun deutlich mehr als 15 Prozent der Anteile.

Am Markt verpuffte dieses Signal weitgehend. Die Aktie schloss am Freitag bei 24,92 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von knapp neun Prozent.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?

Über zwölf Monate verlor das Papier rund 60 Prozent an Wert. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 69 Prozent extrem hoch. Auch die wichtige 200-Tage-Linie hat der Kurs inzwischen wieder nach unten durchbrochen.

Bilanz-Skandal und BaFin-Prüfung

Der Grund für die Talfahrt liegt in der ausstehenden Bilanz. Gerresheimer musste im April den SDAX verlassen. Das Unternehmen hatte den testierten Jahresabschluss nicht rechtzeitig vorgelegt. Ursache sind unzulässige Buchungspraktiken. Der Konzern stellte Kunden Waren in Rechnung und verbuchte die Umsätze, lieferte aber erst später aus.

Die Folgen sind gravierend. Die Aufsichtsstelle APAS ermittelt gegen die Prüfer von KPMG. Die BaFin nimmt den Konzern derweil ebenfalls ins Visier. Im Zentrum stehen falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten von rund 65 Millionen Euro. Hinzu kommen fehlerhafte Angaben zu Entwicklungskosten.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?

Gnadenfrist der Banken und ein geplanter Verkauf

In dieser angespannten Lage verschaffen die Kreditgeber dem Management etwas Luft. Banken und Schuldschein-Investoren verlängern die Frist für den testierten Abschluss bis Ende September 2026. Wichtige Vorgaben zum Verschuldungsgrad sind vorerst ausgesetzt.

Um die Bilanz zu entlasten, treibt der Vorstand den Verkauf der US-Tochter Centor voran. Die Transaktion soll noch vor Jahresende über die Bühne gehen. Centor produziert Verpackungen für den US-Apothekenmarkt. Das Geschäft gehört nicht mehr zum engen Kernbereich.

Operativ hält das Management an seinen Zielen fest. Für 2026 erwartet Gerresheimer einen Umsatz von bis zu 2,4 Milliarden Euro. Im Juni will das Unternehmen den testierten Abschluss sowie die Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Am 14. Juli folgt dann planmäßig der Halbjahresbericht. Diese Termine bilden die nächsten harten Katalysatoren für die Aktie.

Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 16. Mai liefert die Antwort:

Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Gerresheimer

Gerresheimer Jahresrendite