Gerresheimer trennt sich von einem großen Teil seines Verpackungsgeschäfts. Das Unternehmen hat heute endgültige Vereinbarungen mit Fonds unterzeichnet, die von Apax Partners beraten werden. Verkauft werden die US-Tochter Centor sowie das gesamte globale Geschäft mit Primärverpackungen aus Kunststoff (Primary Packaging Plastics).

Der kombinierte Unternehmenswert der beiden Sparten liegt bei rund 1,5 Milliarden Euro. Zusammen kamen Centor und das PPP-Geschäft 2025 auf einen Umsatz von rund 570 Millionen Euro, erwirtschaftet an 16 Produktionsstandorten in neun Ländern mit etwa 2.400 Mitarbeitenden. Zu den genauen Konditionen des Kaufpreises haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Schuldenabbau als zentrales Ziel

Für Gerresheimer geht es bei dem Deal vor allem um die Bilanz. CFO Wolf Lehmann bezeichnet die Transaktion als Meilenstein zur Optimierung der Kapital- und Finanzierungsstruktur. Die erwarteten Mittelzuflüsse sollen den Verschuldungsgrad deutlich senken und zusammen mit einer geplanten Refinanzierung die Zinskosten spürbar drücken.

CEO Uwe Röhrhoff spricht von zurückgewonnenen unternehmerischen Handlungsspielräumen. Der Konzern will sich nach dem Verkauf stärker auf Drug Delivery Devices, Medizinprodukte und Primärverpackungen für injizierbare Arzneimittel konzentrieren — also auf das margenstärkere Kerngeschäft mit Pharma- und Biotechkunden.

Für Apax ist der Zukauf ein Einstieg in einen Markt, den das Unternehmen als strategisch attraktiv einstuft: Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente gelten als konjunkturunabhängig und wachstumsstark. Apax kündigt an, in Kapazitäten und die US-Expansion des neuen eigenständigen Unternehmens zu investieren.

Begleitet wird die Transaktion auf Gerresheimer-Seite von Morgan Stanley als Lead Financial Advisor, Commerzbank als weiterem Berater und der Kanzlei Latham & Watkins.

Zwei getrennte Zeitpläne

Beide Verkäufe laufen unabhängig voneinander und stehen noch unter dem Vorbehalt marktüblicher Vollzugsbedingungen und behördlicher Genehmigungen. Der Abschluss des Centor-Verkaufs wird noch innerhalb des laufenden Geschäftsjahres 2026 erwartet. Der größere Brocken, das globale PPP-Geschäft, soll dagegen erst im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 final übergehen — ausreichend Zeit für Kartellprüfungen in den betroffenen neun Ländern.