Der heutige Tag markiert einen weiteren Einschnitt für den angeschlagenen Pharmazulieferer: Gerresheimer verlässt zum 30. März den SDAX — zwangsweise. Weil der testierte Jahresabschluss 2025 nicht fristgerecht eingereicht wurde, hat die Deutsche Börse den Ausschluss automatisch vollzogen. Für viele institutionelle Anleger und Indexfonds bedeutet das: Pflichtverkauf.
Bilanzprüfung zieht sich hin
Der eigentliche Auslöser ist bekannt, aber noch nicht aufgelöst. Gerresheimer steht im Verdacht, Umsätze über sogenannte „Bill-and-Hold“-Vereinbarungen vor der tatsächlichen Warenauslieferung verbucht zu haben — ein Verstoß gegen IFRS-Richtlinien und interne Vorgaben. Die BaFin hat ihre Prüfung seit September ausgeweitet, ein zweiter Wirtschaftsprüfer namens Grant Thornton arbeitet parallel zu KPMG an der Aufarbeitung. Weil diese Untersuchungen länger dauern als erwartet, verschiebt sich die Abschlussveröffentlichung auf Juni 2026.
Mit dem Terminverzug verletzt das Unternehmen auch Pflichten aus seinen Finanzierungsverträgen. Gespräche mit den Kreditgebern laufen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?
Belastungen häufen sich
Neben dem Indexaustritt kommen weitere Brocken hinzu. Gerresheimer kündigte nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro an — betroffen sind Technologieprojekte der Tochter Sensile Medical sowie ein Glaswerk in Chicago Heights, das Ende 2026 schließt. Auch die für den 16. April geplanten Quartalszahlen und die Hauptversammlung Anfang Juni müssen verschoben werden.
Die Umsatzprognose von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro für das laufende Jahr steht unter ausdrücklichem Vorbehalt — solange BaFin-Verfahren und Kreditgespräche offen sind.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?
Aktie unter erheblichem Druck
Der erzwungene Abbau von Indexfonds-Positionen trifft ein Papier, das ohnehin kaum Spielraum hat. Auf Zwölfmonatssicht hat die Aktie rund 72 Prozent an Wert verloren und notiert heute bei etwa 19,54 Euro — weit unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 31,15 Euro.
Mit dem Abschluss der BaFin-Prüfung und dem Abschluss der Bankengespräche im Frühsommer wird sich zeigen, wie tief die Bilanzierungsmängel in die tatsächliche Finanzlage einschneiden. Bis dahin fehlen verlässliche Zahlen — und damit die Grundlage für eine belastbare Neubewertung.
Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 30. März liefert die Antwort:
Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

