Givaudan setzt weiter auf Zukäufe, um das Wachstum zu beschleunigen. Der Schweizer Aromen- und Duftstoffhersteller übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung am spanischen Dufthaus Eurofragance. Der Deal passt strategisch ins Geschäft mit Parfümerie und Pflegeprodukten, bringt aber noch keine Angaben zum Kaufpreis mit sich.
Eurofragance bringt Substanz mit
Eurofragance sitzt in Barcelona und wurde 1990 gegründet. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 600 Mitarbeiter und konzentriert sich auf Luxusparfüms sowie Körperpflege- und Haushaltsdüfte. Für Givaudan ist das kein Nebenerwerb, sondern eine gezielte Ergänzung des bestehenden Duftportfolios.
Besonders relevant ist die Größenordnung. Eurofragance kam 2025 auf einen Pro-forma-Umsatz von rund 185 Millionen Schweizer Franken. Damit erhält Givaudan sofort zusätzlichen Umsatz in einem Bereich, in dem der Konzern ohnehin stark positioniert ist.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen. Operativ soll Eurofragance eine gewisse Eigenständigkeit behalten. Zugleich bekommt das Unternehmen Zugang zu Givaudans globalem Netzwerk, was die Innovationsarbeit stützen dürfte.
JPMorgan sieht Rückenwind
Am Markt kam der Schritt gut an. JPMorgan bestätigte die Einstufung „Overweight“ und hält am Kursziel von 3.600 Schweizer Franken fest. Die Analysten verweisen darauf, dass die Marge von Eurofragance gut zum Duft- und Kosmetikgeschäft von Givaudan passt.
Auch aus Gewinnsicht könnte der Zukauf helfen. Marktteilnehmer rechnen mit einem positiven Beitrag zum Gewinn je Aktie im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das ist kein Sprung nach vorn, aber ein sauberer Zusatz in einem margenstarken Segment.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse ist die Stimmung trotzdem verhalten. Die Aktie schloss am Freitag bei 3.105,00 Euro, über die vergangenen sieben Tage ging es um 2,45 Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 9,05 Prozent zu Buche.
Technisch wirkt das Bild gemischt. Der Kurs liegt knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 3.051,92 Euro, aber weiter unter dem 200-Tage-Schnitt von 3.371,69 Euro. Mit einem RSI von 51,0 notiert die Aktie im neutralen Bereich.
Wachstum bis 2030 im Blick
Für Givaudan bleibt die Übernahme ein Baustein der mittelfristigen Strategie. Der Konzern strebt bis 2030 ein jährliches Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent an. Nach einem Gesamtumsatz von 7,47 Milliarden Schweizer Franken im abgelaufenen Geschäftsjahr soll vor allem die Integration in Produktion und Vertrieb zeigen, wie viel zusätzlichen Schub der Zukauf tatsächlich bringt.
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