Der Traum vom weltgrößten Bergbaukonzern lebt weiter. Nachdem die Gespräche über eine 240 Milliarden Dollar schwere Fusion zwischen Glencore und Rio Tinto im Februar an Bewertungsfragen scheiterten, bringt sich Glencore-CEO Gary Nagle in Position für einen neuen Anlauf. Sein strategischer Hebel für die kommenden Monate ist die gegenläufige Entwicklung der globalen Kohle- und Eisenerzpreise.
Der Kern des Scheiterns lag im Winter in unterschiedlichen Bewertungsansätzen. Rio Tinto zog für die Kalkulation die Rohstoff-Spotpreise von Anfang Januar heran. Glencore pochte hingegen auf prognostizierte Preise und forderte einen Aktientausch, der den eigenen Investoren rund 40 Prozent des neuen Unternehmens gesichert hätte. Seitdem hat sich das Blatt gewendet: Während die Kohlepreise deutlich anzogen, leidet Rio Tinto unter fallenden Notierungen für sein Kernprodukt Eisenerz. Glencore spekuliert nun darauf, dass diese Dynamik die relative Bewertung beider Konzerne verschiebt und Rio Tinto unter Zugzwang setzt.
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Warten auf den Spätsommer
Einem sofortigen Neustart der Verhandlungen steht das britische Übernahmerecht im Weg, das eine sechsmonatige Kontaktpause vorschreibt. Frühestens im August 2026 dürfen sich die Parteien wieder offiziell annähern. Bis dahin stützt sich Glencore auf ein solides operatives Fundament. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 meldete der Konzern ein bereinigtes EBITDA von 13,5 Milliarden US-Dollar. Rückenwind liefert zudem die ambitionierte Kupferstrategie, die eine Produktionssteigerung auf über eine Million Tonnen bis 2028 vorsieht.
Diese operative Stärke spiegelt sich auch an der Börse wider. Mit einem aktuellen Kurs von 6,06 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein beachtliches Plus von 27,75 Prozent und notiert in Schlagdistanz zu seinem 52-Wochen-Hoch.
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Australischer Widerstand
Ganz reibungslos dürfte ein zweiter Anlauf zur Fusion nicht verlaufen. Fünf australische Fonds äußerten zuletzt in einem Brief an den Rio-Tinto-Vorstand Bedenken hinsichtlich der Governance-Strukturen bei Glencore und verwiesen auf frühere Korruptionsermittlungen. Obwohl diese Gruppe nur rund vier Prozent der Aktionärsbasis ausmacht, stammt mehr als die Hälfte der Gewinne von Rio Tinto aus australischen Anlagen. Ein Zusammenschluss würde unweigerlich eine strenge staatliche Prüfung in Down Under nach sich ziehen.
Die strategische Ausgangslage für den Spätsommer ist damit klar definiert. Fällt der Eisenerzpreis angesichts eines globalen Angebotsüberschusses weiter, während Glencores Kohle- und Kupfergeschäft stabil bleibt, verschiebt sich die Verhandlungsmacht unweigerlich in Richtung der Schweiz. Das regulatorische Zeitfenster für den nächsten Vorstoß öffnet sich im August 2026.
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