Der Schweizer Rohstoffriese Glencore hat eine geplante Investition von fast 720 Millionen US-Dollar in seine Kupferanlagen in Quebec auf Eis gelegt. Auslöser ist ein Streit um verschärfte Umweltauflagen, der nun in der Warnung gipfelt, Kanadas einzige Kupferschmelze schließen zu müssen. Um die strategisch wichtige Anlage zu modernisieren und den Betrieb aufrechtzuerhalten, fordert der Konzern nun finanzielle Unterstützung vom Staat.
Streitpunkt Arsenemissionen
Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen die Arsenemissionen des Horne Smelters in Rouyn-Noranda. Die Provinz Quebec plant, den zulässigen Grenzwert bis 2029 drastisch von aktuell 45 auf 15 Nanogramm pro Kubikmeter zu senken. Als Reaktion auf diese strengeren Auflagen stoppte Glencore die laufenden Verhandlungen und pausierte die Investitionspläne.
Stattdessen strebt das Unternehmen nun eine Kofinanzierung durch die öffentliche Hand an und bewirbt sich um Mittel aus dem fünf Milliarden Dollar schweren Strategiefonds der kanadischen Regierung. Ottawa prüft bereits ein Unterstützungspaket im Volumen von rund 150 Millionen kanadischen Dollar. Parallel dazu sieht sich Glencore mit einer zugelassenen Sammelklage wegen lokaler Gesundheitsbedenken konfrontiert.
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Kritische Infrastruktur für Nordamerika
Ein Aus für das Horne Smelter hätte weitreichende Konsequenzen für die kontinentale Rohstoffversorgung. Fällt das Schmelzwerk weg, käme voraussichtlich auch die angeschlossene CCR-Raffinerie in Montreal zum Erliegen, was Kanadas einzige vollständig integrierte Kupferschmelz- und Raffineriekette zerstören würde.
Die strategische Bedeutung der fast einhundert Jahre alten Anlage zeigt sich an folgenden Kernfaktoren:
* Verarbeitung von jährlich 215.000 Tonnen Kupferkonzentrat (entspricht 16 Prozent der nordamerikanischen Kapazität)
* Recycling von rund 100.000 Tonnen Elektronikschrott pro Jahr
* Sicherung von etwa 3.200 direkten und indirekten Arbeitsplätzen in der Region
* Produktion von industriell wichtigen Nebenprodukten wie Gold, Silber, Platin und Schwefelsäure
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Druck auf die Politik wächst
Der Zeitpunkt des Konflikts setzt die Politik in Ottawa und Quebec City massiv unter Zugzwang. Westliche Regierungen versuchen aktuell vehement, ihre Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffimporten zu reduzieren. Angesichts von nur vier weiteren aktiven Kupferschmelzwerken in den USA und einem in Mexiko würde eine Schließung die nordamerikanischen Lieferketten empfindlich treffen. Kanada liefert derzeit 17 Prozent der US-Kupferimporte.
Glencore hat nach eigenen Angaben bereits 180 Millionen kanadische Dollar in Emissionsreduzierungen sowie Umsiedlungsmaßnahmen investiert und sieht nun den Staat in der Pflicht. Eine Einigung über die Verzögerung der strengeren Umweltziele auf das Jahr 2033 oder die finale Zusage der staatlichen Fördermillionen ist zwingend erforderlich, um den Standort langfristig zu sichern.
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