Gold Fields lässt im Ringen um den australischen Konkurrenten Northern Star Resources nicht locker. Nachdem das Board des Zielunternehmens die unaufgeforderte Offerte über 38,7 Milliarden Australische Dollar (rund 27,1 Milliarden US-Dollar) einstimmig als unzureichend zurückgewiesen hat, signalisiert Gold Fields-CEO Mike Fraser unverändert Gesprächsbereitschaft.
Fraser betonte am Mittwoch, man sehe weiterhin erhebliche strategische Vorteile in dem Zusammenschluss, werde aber diszipliniert vorgehen. Berichten von Bloomberg und Reuters zufolge erwägt der Konzern nun, den Baranteil eines überarbeiteten Angebots aufzustocken.
Knackpunkt Baranteil und Aktienüberhang
Die ursprüngliche Offerte vom 13. September umfasste 0,3125 neue Gold-Fields-Aktien sowie 7,25 Australische Dollar in bar je Northern-Star-Anteilsschein. Dieser Entwurf bewertete Northern Star mit 27 Australischen Dollar je Aktie und bot einen Aufschlag von 22 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs vor Bekanntgabe.
Rund 73 Prozent der Transaktion sollten über Aktien abgewickelt werden. Im kombinierten Konzern hätten die Altaktionäre von Northern Star etwa 33 Prozent der Anteile gehalten.
Northern Star wies den Vorstoß jedoch mit Verweis auf eine fundamentale Unterbewertung seiner langlebigen Produktionsanlagen, operative Risiken und die dominante Aktienkomponente ab. Fraser schloss eine veränderte Zusammensetzung aus Bar- und Aktienkomponenten nicht aus, vermied bislang jedoch die Zusage eines höheren Gesamtpreises.
Investoren rechnen nach einer geplanten Investoren-Roadshow in Australien Ende Oktober mit einem verbesserten Vorschlag, eine finale Entscheidung steht laut Reuters allerdings noch aus. Bei Northern Star steht zudem ein Führungswechsel bevor: Suresh Vadnagra übernimmt am 5. Oktober den Chefposten.
Aufstieg zur weltweiten Nummer zwei im Visier
Mit dem Zukauf würde Gold Fields nach Newmont zum zweitgrößten Goldproduzenten der Welt aufsteigen. Das fusionierte Unternehmen käme auf eine Jahresförderung von rund 4,1 Millionen Unzen Gold und Reserven von 77 Millionen Unzen. Rund 70 Prozent des Umsatzes entfielen künftig auf Australien. Um lokalen Anlegern entgegenzukommen, stellte Gold Fields eine australische Zweitnotierung in Aussicht.
Gold Fields beziffert das Synergiepotenzial auf 4 bis 5 Milliarden US-Dollar. Analyst Dan Morgan schätzt, dass rund 60 Prozent dieses Betrags aus Steuervorteilen resultieren könnten.
Operativ böte sich vor allem in Westaustralien die Zusammenlegung benachbarter Förderstätten an, insbesondere bei den Clustern Thunderbox und Agnew sowie St Ives und South Kalgoorlie. Um die Bilanz zu schonen, sieht der Plan Vermögensverkäufe von mindestens 4 Milliarden US-Dollar und eine Begrenzung der Nettoverschuldung auf unter das Einfache des EBITDA vor.
Baustopp in Kanada und operative Entwicklung
Parallel zum Übernahmepoker muss Gold Fields operative Hürden bewältigen. Beim Windfall-Projekt in der kanadischen Provinz Quebec wurden die unterirdischen Arbeiten vorübergehend gestoppt, da eine Explorationsgenehmigung Ende August ausgelaufen ist.
Der Bau der Mine im Wert von 1,9 Milliarden US-Dollar wartet weiterhin auf die Umweltgenehmigung der Provinz. CEO Fraser hofft auf einen positiven Bescheid bis Ende 2026 und hält am Ziel einer Jahresproduktion von 300.000 Unzen ab 2029 fest.
An den Finanzmärkten sorgte der Übernahmeversuch zuletzt für Zurückhaltung. Die Aktie von Gold Fields notiert aktuell bei 31,90 Euro und hat sich damit rund 41 Prozent von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 54,20 Euro entfernt. Auf Jahressicht beläuft sich das Minus seit Jahresanfang auf 18 Prozent. Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob Gold Fields bereit ist, für den Ausbau der australischen Marktposition finanzielle Zugeständnisse zu machen.
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