Goldman Sachs verhandelt über die Übernahme von Palmer Square Capital Management, einem auf Kredite spezialisierten Vermögensverwalter aus Kansas mit mehr als 37 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen. Die Bank soll dabei als führender Bieter gelten, ein finaler Beschluss steht noch aus, die Gespräche könnten auch scheitern.

Das Interesse gilt vor allem der CLO-Plattform von Palmer Square, die rund 27 Milliarden Dollar der verwalteten Vermögen ausmacht. Collateralized Loan Obligations bündeln Unternehmenskredite zu handelbaren Anleihen — ein Markt, der sich in den vergangenen 15 Jahren auf über 1,3 Billionen Dollar vervierfacht hat.

Für Goldman wäre der Zukauf ein direkter Sprung in der Emissionsgröße, in der die Bank bislang hinter den größten Alternative-Asset-Managern zurückliegt.

Solomon treibt Zukäufe voran

Die Palmer-Square-Gespräche fügen sich in eine breitere Strategie: Goldman-Chef David Solomon hatte zuletzt öffentlich bekräftigt, gezielt nach Übernahmen zu suchen, die Lücken im Asset-Management-Geschäft schließen.

Innerhalb eines Jahres hat die Bank bereits zwei spezialisierte ETF-Anbieter, einen Investor für Gewerbeimmobilien und einen Venture-Capital-Investor übernommen. Das verwaltete Vermögen der Sparte liegt inzwischen bei rund vier Billionen Dollar.

Parallel dazu zeigt Goldman auch im Wachstumskapital Bewegung: Die Alternatives-Sparte der Bank beteiligte sich mit 400 Millionen Dollar an einer Series-G-Erweiterung des Sicherheitsunternehmens Cyera, das mit über 12 Milliarden Dollar bewertet wird.

Federführend war dabei Evolution Equity, Goldman trat als einer der Investoren auf. Die Investition unterstreicht, wie breit die Bank ihr Alternatives-Geschäft mittlerweile aufstellt — von Private Credit über Immobilien bis hin zu Wachstumskapital in Zukunftstechnologien.

Die Goldman-Aktie reagierte auf die Berichte über die Palmer-Square-Gespräche mit Abgaben von rund zwei Prozent. Ob daraus eine Übernahme wird, hängt von den laufenden Verhandlungen ab — eine offizielle Bestätigung der Bank liegt bislang nicht vor.