Das Biotech-Unternehmen Gossamer Bio hat gestern weitreichende Maßnahmen zur Konsolidierung seiner Kapitalstruktur bekannt gegeben. Das Board of Directors entschied sich für einen Reverse Stock Split im Verhältnis von 1 zu 80. Die Nachricht löste an den Märkten eine deutliche Reaktion aus: Die Aktie verzeichnete gestern einen Rückgang von 12 % und beendete den Handel bei einem Schlusskurs von 0,1355 €.

Zusammenlegung der Aktien ab morgen wirksam

Der nun beschlossene Reverse Stock Split soll heute um 23:59 Uhr Eastern Time wirksam werden. Für die Anleger bedeutet dies, dass jeweils 80 bestehende Stammaktien automatisch in eine einzige neue Aktie umgewandelt werden. Dieser Schritt geht mit einer entsprechenden Reduzierung der genehmigten Aktien einher. Der Handel auf der bereinigten Basis wird morgen zum Marktstart am Nasdaq Global Select Market aufgenommen.

Bereits am 14. Juli hatten die Aktionäre im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung grünes Licht für eine solche Kapitalmaßnahme gegeben. Damals wurden dem Vorstand 30 verschiedene Umtauschverhältnisse zur Auswahl gestellt, um den Kurs der Aktie wieder in einen stabilen Bereich zu führen.

Mit der Festlegung auf das Verhältnis 1 zu 80 schöpft das Management nun einen deutlichen Rahmen aus, um die Anforderungen für das Listing am Nasdaq dauerhaft zu erfüllen.

Seralutinib-Antrag und operative Entwicklung

Die strukturelle Neuausrichtung fällt in eine entscheidende Phase für das wichtigste Produkt des Unternehmens. Gossamer Bio plant noch für diesen Monat die Einreichung eines Zulassungsantrags (NDA) für den Wirkstoff Seralutinib.

Dieser Antrag wird durch die Daten der Phase-3-Studie PROSERA sowie unterstützende Ergebnisse aus der Phase-2-Studie TORREY gestützt. Sollte die US-Gesundheitsbehörde FDA den Antrag annehmen, könnte eine Entscheidung über die Zulassung im dritten Quartal 2027 fallen.

Parallel dazu hat das Unternehmen im Juli die weltweiten Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für Seralutinib von Chiesi zurückerhalten. Die Zusammenarbeit wurde im gegenseitigen Einvernehmen beendet, wobei Gossamer keine Vorabzahlung leisten musste. Im Gegenteil leistete Chiesi eine Einmalzahlung in Höhe von 5 Millionen US-Dollar, um alle ausstehenden Verpflichtungen abzugelten.

Finanzielle Reichweite bis ins Jahr 2027

Die finanzielle Lage des Unternehmens bleibt trotz der hohen Forschungsaufwendungen stabil. Im zweiten Quartal 2026 beliefen sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 26,4 Millionen US-Dollar.

Zum Ende des Quartals am 30. Juni verfügte Gossamer über Barmittel und marktgängige Wertpapiere in Höhe von 57,0 Millionen US-Dollar. Das Management geht davon aus, dass diese Reserven ausreichen, um den Betrieb bis in das erste Quartal 2027 zu finanzieren.

Unterstützung erhält die Bilanz zudem durch eine vor gut drei Wochen vereinbarte Privatplatzierung, die dem Unternehmen Bruttoerlöse von bis zu 250 Millionen US-Dollar einbringen kann. Ein Teil dieses Kapitals ist an Meilensteine wie die Annahme des Zulassungsantrags durch die FDA gebunden.

Dass die Anleger die aktuelle Phase der Umstrukturierung mit Vorsicht begleiten, zeigt sich an der hohen annualisierten Volatilität von 101 %. Die kommenden Wochen dürften im Hinblick auf den Seralutinib-Antrag richtungsweisend für die weitere Kursentwicklung sein.