Der Wohnungsanbieter Grand City Properties nutzt die gedrückten Bewertungen im Immobiliensektor und sichert sich gut 20 Prozent am Konkurrenten LEG Immobilien. Dieser überraschende Einstieg sorgt an den Aktienmärkten für spürbare Erleichterung und treibt die Kurse der gebeutelten Immobilienwerte nach oben.
Am Mittwoch verteuerten sich die Papiere von LEG um 2,8 Prozent. Bei Grand City ging es um 3,1 Prozent aufwärts, während die Anteile des Mutterkonzerns Aroundtown um 1,7 Prozent zulegten. Selbst die Aktien des Branchenprimus Vonovia gewannen ein Prozent hinzu.
Hoher Abschlag zum Buchwert lockt Käufer
Auslöser der Transaktion ist der erhebliche Bewertungsabschlag, mit dem viele Wohnungsunternehmen an der Börse gehandelt werden. Grand City hält nach eigenen Angaben nun exakt 20,04 Prozent der Anteile an LEG. Da der Buchwert dieses Pakets bei rund 1,8 Milliarden Euro liegt und damit das Börsenniveau übersteigt, winkt dem Käufer ein einmaliger, nicht zahlungswirksamer Gewinn.
LEG stuft die Beteiligung vorerst als reine Finanzinvestition ein. Strategisch hält sich das Management von Grand City alle Optionen offen: Denkbar sei eine Aufstockung der Anteile auf bis zu 29,9 Prozent, ebenso aber auch ein teilweiser oder vollständiger Wiederverkauf.
Zweifel an dauerhaftem Engagement
Marktbeobachter werten den Vorstoß als opportunistischen Schritt. Das Analysehaus Berenberg stufte die Beteiligung zwar als Überraschung ein, rechnet jedoch nicht mit einer langfristigen Verbindung. Dahinter dürfte vor allem der absehbar hohe Refinanzierungsbedarf der beteiligten Gesellschaften stehen.
Ob Grand City seine Beteiligung tatsächlich in Richtung der Schwelle von 29,9 Prozent ausbaut oder Kursgewinne zügig realisiert, hängt von den weiteren Finanzierungskosten der Branche ab. Bis zu dieser Grenze bleibt der Zukauf ohne Pflicht zu einem vollständigen Übernahmeangebot.
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