Graphite One treibt den Aufbau einer unabhängigen US-Lieferkette für Batteriematerialien voran. Das Unternehmen hat die Detailplanung für seine Fabrik in Ohio gestartet. Damit rückt das Ziel näher, den steigenden Rohstoffbedarf für Elektroautos und KI-Infrastruktur aus heimischer Produktion zu bedienen.

Die Fabrik in Ohio nimmt Formen an

Die Anlage für aktives Anodenmaterial tritt in die entscheidende Phase des Engineerings ein. Hier will Graphite One künftig synthetisches Graphit herstellen. Die Kapazität ist auf jährlich 25.000 Tonnen ausgelegt.

Bis zum vierten Quartal 2028 soll die Produktion im kommerziellen Maßstab starten. Parallel dazu zielt das Vorhaben darauf ab, die Abhängigkeit von China zu verringern. Aktuell dominiert die Volksrepublik die weltweite Graphit-Verarbeitung fast vollständig.

Hunger nach Rohstoffen für KI und E-Autos

Der Bedarf wächst über die Automobilbranche hinaus. Besonders Rechenzentren für Künstliche Intelligenz benötigen massive Energiespeichersysteme. Diese setzen auf Lithium-Ionen-Batterien, für deren Anoden große Mengen Graphit notwendig sind.

In einem wettbewerbsintensiven Umfeld setzt Graphite One auf bewährte Herstellungsverfahren. Während Wettbewerber wie CATL mit Biokohle experimentieren, fokussiert sich das Unternehmen auf den Standort USA. Eine sichere Versorgung steht für viele Kunden inzwischen über technischen Experimenten.

Technische Signale und Kursniveau

An der Börse zeigt die Aktie nach einem schwierigen Jahr erste Erholungszeichen. Mit 0,63 Euro legte das Papier zuletzt leicht zu. Dennoch notiert der Kurs rund 26 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 0,85 Euro.

Das aktuelle Kursniveau liegt zwar deutlich über dem Jahrestief von 0,42 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1,59 Euro bleibt die Aktie jedoch weit entfernt. Mit einem RSI von 45,4 bewegt sich das Momentum derzeit in einer neutralen Zone.

In den kommenden Monaten steht die Standorterschließung in Ohio im Mittelpunkt. Das Management will die Anlage eng mit dem geplanten Graphit-Bergbau in Alaska verknüpfen. Hält das Unternehmen den Zeitplan ein, rückt die erste US-Großproduktion bis Ende 2028 in greifbare Nähe.