Graphite One treibt die Entwicklung einer eigenständigen US-Lieferkette für Batteriematerialien voran und hat die Zieltermine für seine zentralen Projekte in Ohio und Alaska bestätigt.
Während die geplante Anlage für aktives Anodenmaterial (AAM) in Ohio bereits Ende 2027 die Produktion aufnehmen soll, bleibt das Rohstoffprojekt Graphite Creek in Alaska für einen Start im Jahr 2029 vorgesehen. Damit positioniert sich das Unternehmen als potenzieller Schlüssellieferant für die nordamerikanische Elektroauto-Industrie.
Fokus auf die Anodenfertigung in Ohio
Für die geplante Fertigungsstätte in Ohio läuft derzeit die technische Prüfung durch die zuständige Umweltbehörde EPA. Wie das Unternehmen bereits im Juli bestätigte, konnte eine wesentliche regulatorische Hürde bei der Ohio EPA genommen werden. Medienberichten zufolge wird für das vierte Quartal 2027 der Start der initialen Produktion von synthetischem Anodenmaterial angestrebt.
Die Anlage soll zunächst eine Kapazität von rund 10.000 Tonnen pro Jahr erreichen. Langfristig ist laut Unternehmensangaben jedoch ein Ausbau auf eine Jahresproduktion von 25,000 Tonnen geplant.
Um diesen Hochlauf technisch abzusichern, wurde bereits am 22. Juni ein bedeutender Engineering-Vertrag für den Standort Ohio unterzeichnet. Die Fabrik soll einen wesentlichen Teil dazu beitragen, die Abhängigkeit von Importen bei kritischen Batterierohstoffen zu verringern.
Genehmigungsprozess für Graphite Creek auf Kurs
Parallel zur Verarbeitungskapazität in Ohio schreitet das Abbauprojekt Graphite Creek in Alaska voran. Das Vorhaben durchläuft derzeit das Verfahren zur Erstellung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (EIS).
Trotz der Komplexität dieses Prozesses rechnet das Management nicht mit Verzögerungen für den anvisierten Produktionsstart im Jahr 2029. Am 9. Juli unterstrich Graphite One die Unterstützung für diesen regulatorischen Pfad, um eine transparente und umfassende Prüfung sicherzustellen.
Die strategische Bedeutung des Projekts wird durch die politische Wetterlage in Washington verstärkt. Das Unternehmen betonte am 22. Juli die Übereinstimmung seiner Pläne mit einer präsidialen Verordnung des Weißen Hauses, die darauf abzielt, die heimischen Lieferketten für kritische Mineralien zu stärken.
In einem Marktumfeld, das zuletzt durch sehr niedrige Spotpreise für Flocken-Graphit aus China geprägt war, setzt Graphite One somit auf den Aufbau einer geschlossenen Wertschöpfungskette innerhalb der USA.
Marktreaktion und charttechnische Situation
An der Börse verzeichnete das Papier zuletzt eine positive Tendenz und notiert heute bei 0,6500 Euro, was einem Zuwachs von 1,7 % entspricht. Diese kurzfristige Erholung stützt das Kursbild der vergangenen Wochen. Der Titel weist damit aktuell einen Abstand von 12 % zum 50-Tage-Durchschnitt auf und zeigt Anzeichen einer Stabilisierung über diesem technischen Trendindikator.
Trotz der operativen Fortschritte bleibt die langfristige Performance volatil. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert einen Rückgang von 48 %, was die Herausforderungen im Sektor der Batterierohstoffe widerspiegelt.
Die kommenden Monate dürften vor allem durch weitere Details zum Genehmigungsstand in Ohio sowie Fortschritte bei der Finanzierung der großvolumigen Projekte geprägt sein. Neben den technischen Meilensteinen bleibt die Sicherung langfristiger Abnahmeverträge ein zentraler Faktor für die weitere Entwicklung des Unternehmens.
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