Die Uhr tickt für Graphite One. Ende November laufen wichtige chinesische Exportkontrollen für Graphit aus. Parallel dazu wartet das US-Unternehmen händeringend auf verbindliche Abnahmeverträge. Die Zeit drängt.

An der Börse sorgte das zuletzt für massiven Druck. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um fast 42 Prozent ein. Heute legte das Papier immerhin um 5,38 Prozent auf 0,69 Euro zu. Ein echter Trendwechsel braucht aber handfeste Verträge.

Warten auf den Durchbruch

Das Management hat erste Proben seines Anodenmaterials verschickt. Mehrere große Autobauer und Batteriehersteller testen derzeit Mengen von bis zu 20 Kilogramm. Die Gespräche über feste Abnahmeverträge laufen. Unterschrieben ist bisher nichts.

Eine erste Vereinbarung wäre ein starker Katalysator für den Kurs. Das geplante Werk in Ohio soll anfangs jährlich 10.000 Tonnen aktives Anodenmaterial produzieren. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 angesetzt. Die Folge: Echte Produktion startet erst ab 2028.

Politischer Rückenwind reicht nicht

Die USA importieren aktuell ihr gesamtes Naturgraphit aus dem Ausland. Das birgt erhebliche Risiken. Eine chinesische Ausnahmeregelung für den Export in die USA endet am 27. November. Graphite One will diese Lücke mit einer rein amerikanischen Lieferkette schließen.

Dafür winken staatliche Förderungen in Milliardenhöhe. Dennoch vergrößerte sich der Nettoverlust im Geschäftsjahr 2025 auf gut neun Millionen US-Dollar. Am 26. Juni steht nun die Hauptversammlung an. Aktionäre stimmen dort über das Vergütungsprogramm des Managements ab.

Die Zustimmung ist angesichts der schwachen Kursentwicklung kein Selbstläufer. Im September folgt dann die Entscheidung der Bundesbehörden über die geplante Mine in Alaska. Bis dahin muss das Unternehmen die laufenden Materialtests in verbindliche Aufträge umwandeln. Ohne diese Verträge bleibt das ehrgeizige Projekt eine riskante Wette.