Die USA drängen auf Unabhängigkeit bei kritischen Rohstoffen. Graphite One baut dafür eine komplett heimische Lieferkette auf. Die operativen Fortschritte sind deutlich. An der Börse spiegelt sich das allerdings nicht wider.
Der Weg zur eigenen Lieferkette
Das Herzstück der Strategie liegt in Alaska. Dort befindet sich das größte Graphitvorkommen der USA. Das Rohmaterial soll künftig in Conneaut im Bundesstaat Ohio verarbeitet werden.
Der Zeitplan für das neue Werk steht. Ende 2027 startet die erste Phase mit einer Kapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr.
Bis zum dritten Quartal 2028 soll der Ausstoß auf 25.000 Tonnen steigen. Ein globaler Ingenieurspartner überwacht den Aufbau der Produktionsanlagen.
Jetzt wird es ernst. Das Unternehmen hat Anodenmaterial an sechs potenzielle Kunden verschickt. Darunter sind drei Elektroauto-Bauer und drei Batteriehersteller. Diese Tests sind zwingend nötig. Nur so können verbindliche Abnahmeverträge entstehen.
Politischer Rückenwind trifft auf Kursverluste
Der strategische Druck im Markt ist massiv. China kontrolliert aktuell rund 90 Prozent der weltweiten Anodenproduktion. Ende 2024 verschärfte Peking die Exportkontrollen für Graphit.
Washington reagiert. Die US-Regierung stuft Graphit als kritischen Rohstoff ein. Graphite One profitiert direkt davon. Das Unternehmen sicherte sich Finanzierungszusagen von über zwei Milliarden US-Dollar. Das Geld kommt von der EXIM Bank und dem US-Verteidigungsministerium.
Operativ läuft alles nach Plan. Die Aktie erzählt eine andere Geschichte. Am Freitag schloss das Papier bei 0,62 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 47 Prozent.
Charttechnisch ist die Lage angespannt. Der Kurs notiert deutlich unter der 50-Tage-Linie von 0,71 Euro. Ein Ausbruch über diese Marke wäre ein erstes Kaufsignal. Der RSI-Wert von 33,5 signalisiert derweil einen fast überverkauften Zustand. Das könnte auf eine baldige Gegenbewegung hindeuten.
Die kommenden Monate bringen die Entscheidung. Die verschickten Materialproben müssen die technischen Tests der Autohersteller bestehen. Gelingt die Qualifizierung, winken feste Lieferverträge. Diese Verträge sind der Schlüssel, um das Milliardenprojekt in Ohio endgültig abzusichern.
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