Erst sorgte ein Millionen-Deal im Sektor für kurzzeitige Euphorie, dann folgte die harte Landung. Graphite One verliert fast neun Prozent an einem einzigen Handelstag. Das Vertrauen der Anleger scheint trotz politischer Rückendeckung erschüttert.

Die Branche ist in Bewegung. Global Battery Materials übernimmt den Konkurrenten Lomiko Metals in einem reinen Bargeschäft. Der Kaufpreis von rund 11 Millionen kanadischen Dollar entsprach einer Prämie von 71 Prozent. Solche Zukäufe rücken den strategischen Wert nordamerikanischer Vorkommen kurzzeitig ins Rampenlicht.

Der Markt korrigierte diese Vorschusslorbeeren jedoch umgehend. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein sattes Minus von knapp 59 Prozent zu Buche. Mit einem Kurs von 0,5150 Euro notiert das Papier weit unter seinem Jahreshoch von 1,59 Euro.

Washington stützt heimische Lieferketten

Dabei liefert die Politik klare Argumente für heimische Rohstoffe. Das Weiße Haus hat per Dekret angeordnet, die Abhängigkeit von kritischen Mineralien massiv zu reduzieren. Rüstungskonzerne müssen bis Anfang 2027 nachweisen, dass sie Rohstoffe aus sicheren Quellen beziehen. Graphite One will diese Lücke als integrierter US-Anbieter schließen.

Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Projekte in Alaska und Ohio voran. In Alaska startet nun eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung für die Mine Graphite Creek. Trotz der strengeren Auflagen plant das Management den Produktionsstart weiterhin für das Jahr 2029 ein. Man habe diese Hürden von Beginn an einkalkuliert.

Entscheidung im September erwartet

In Ohio steht der Bau einer Fabrik für Anodenmaterial auf der Agenda. Die dortigen Behörden haben den Zulassungsantrag bereits als vollständig eingestuft. Die Anlage soll jährlich bis zu 25.000 Tonnen synthetischen Graphit produzieren.

Ende September 2026 fällt die Entscheidung, ob das Projekt von einem beschleunigten staatlichen Genehmigungsverfahren profitieren kann. Dies würde den Zeitplan für den Bau der Verarbeitungsanlage massiv verkürzen.