Graphite One beendet eine lange Durststrecke. Die Aktie verbuchte in der vergangenen Woche ein Plus von rund neun Prozent. Neue politische Signale aus Washington verleihen dem Bergbauprojekt frischen Aufwind.

Washington kappt Importwege

Eine neue US-Verordnung schränkt ab Januar 2027 die Nutzung von Rohstoffen aus China und Russland drastisch ein. Das Verteidigungsministerium forciert damit die Abkehr von ausländischen Abhängigkeiten. Bisher beziehen die USA ihren Naturgraphit vollständig aus dem Ausland. Graphite One will diese Lücke schließen. Das Unternehmen plant eine integrierte Lieferkette vom eigenen Bergbau bis zum fertigen Anodenmaterial.

Geduldsprobe in Alaska

Das Projekt Graphite Creek erreicht eine neue Regulierungsstufe. Das Vorhaben durchläuft eine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung. Diese sorgt für eine gründliche Kontrolle, verschiebt aber den Zeitplan. Die finale Entscheidung wird nun für September 2027 erwartet. Am geplanten Produktionsstart im Jahr 2029 hält das Management dennoch fest.

Fortschritte in Ohio

Der Standort in Ohio kommt voran. Die zuständige Umweltbehörde stufte den Antrag für die Luftreinhaltung als vollständig ein. Damit startet die technische Prüfung für die Fabrik. Sie soll künftig jährlich 25.000 Tonnen synthetischen Graphit liefern.

Erste Proben sind bereits unterwegs. Das Unternehmen verschickte 20-Kilogramm-Chargen an drei E-Auto-Hersteller und drei führende Batterieproduzenten. Diese Tests gelten als Voraussetzung für spätere Abnahmeverträge.

Anleger bewerten die politische Flankierung positiv. Der Relative-Stärke-Index von knapp 40 signalisiert eine erste Erholung vom Kurssturz des laufenden Jahres. Ein nachhaltiger Trendbruch steht allerdings noch aus. Die Aktie notiert weiterhin rund 17 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt.