Green Bridge Metals steht vor einem stillen, aber finanziell relevanten Termin: Die im Rahmen der abgeschlossenen Privatplatzierung eingeräumte Mehrzuteilungsoption für Stifel Canada läuft am 29. August 2026 aus.

Die Investmentbank hatte als alleiniger Agent und Bookrunner die Möglichkeit erhalten, zusätzlich bis zu 6.000.000 Units oder vergleichbare Wertpapiere zu platzieren – zusätzlich zu den bereits am 30. Juli abgesetzten 32.006.000 Units zu je 0,125 kanadischen Dollar.

Kapitalstruktur vor der Bewährungsprobe

Die ursprüngliche Platzierung brachte Green Bridge Metals Bruttoerlöse von 4.000.750 kanadischen Dollar ein. Jede Unit bestand aus einer Stammaktie und einem Warrant, der bis Juli 2029 zum Bezugspreis von 0,155 kanadischen Dollar ausgeübt werden kann.

Ob Stifel Canada die Option tatsächlich zog, ist bislang nicht öffentlich bestätigt worden – für Anleger bleibt damit unklar, ob dem Unternehmen weiteres Kapital von bis zu umgerechnet rund 750.000 kanadischen Dollar zufließt oder die Kapitalstruktur bei der bereits vollzogenen Erhöhung bleibt.

Die Frage ist keine Nebensache. Mit den jüngsten Explorationsaktivitäten – der genehmigten Bohrkampagne am Serpentine-Projekt in Minnesota und dem laufenden Titac-Phase-1-Programm – verbrennt Green Bridge Metals kontinuierlich Kapital.

Foraco International führt am Serpentine-Projekt mindestens 1.640 Meter Diamantkernbohrungen durch; die entsprechenden Ergebnisse aus dem Titac-Programm, wo bereits chalkopyritführende Sulfidmineralisierung in den ersten drei Bohrlöchern beobachtet wurde, stehen laut Unternehmensangaben noch aus. Ein zusätzlicher Kapitalpuffer durch die Optionsausübung würde dem Unternehmen Spielraum verschaffen, bis belastbare Assay-Ergebnisse vorliegen.

Kursreaktion spiegelt Unsicherheit

Der Markt bewertet diese Gemengelage derzeit skeptisch. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 0,0480 Euro, nachdem sie an diesem Tag um 10 Prozent zugelegt hatte – ein Ausschlag, der angesichts der geringen Marktkapitalisierung von 15,80 Millionen Euro auch technisch getrieben sein kann. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Rückgang von 16 Prozent zu Buche, der die grundsätzliche Vorsicht der Anleger unterstreicht.

Diese Skepsis erscheint angesichts der offenen Fragen nachvollziehbar. Ohne bestätigte Ausübung der Mehrzuteilungsoption bleibt unklar, mit welchem finanziellen Polster Green Bridge Metals in die entscheidende Phase der Assay-Auswertung geht.

Erst wenn sowohl die Kapitalfrage als auch die Bohrergebnisse vom Titac-Programm vorliegen, dürfte sich zeigen, ob die jüngste Kapitalmaßnahme ausreicht, um das Unternehmen bis zu den nächsten operativen Meilensteinen zu tragen.